Ölpreise sinken nach Lageraufbau und Preisnachlass
US-Nachfrage schwächelt, OPEC+ erhöht Produktion, Handelskonflikte verschärfen Unsicherheit

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken, nachdem die Vorräte an Benzin und Destillaten in den USA unerwartet stark angestiegen sind und Saudi-Arabien die Preise für Juli-Lieferungen an asiatische Kunden gesenkt hat. Zusätzlich drückte die Unsicherheit über die globale wirtschaftliche Entwicklung auf die Notierungen. Die Brent-Rohöl-Futures fielen um 14 Cent beziehungsweise 0,2 Prozent auf 64,72 US-Dollar pro Barrel. Das US-amerikanische West Texas Intermediate verlor 24 Cent oder 0,4 Prozent und notierte bei 62,61 US-Dollar pro Barrel.
Bereits am Mittwoch hatten die Ölpreise rund ein Prozent schwächer geschlossen, nachdem offizielle Daten einen unerwartet starken Anstieg der US-Bestände an Benzin und Destillaten gezeigt hatten. Dies deutet auf eine nachlassende Nachfrage in der größten Volkswirtschaft der Welt hin. Die Preisentwicklung wurde zudem durch die Entscheidung Saudi-Arabiens beeinflusst, die Juli-Preise für asiatische Kunden auf nahezu den niedrigsten Stand seit vier Jahren zu senken. Analysten verwiesen darauf, dass die Nachfrage offenbar schwach sei, obwohl die saisonale Spitzenphase begonnen habe.
Die Preisanpassung erfolgte kurz nach der Entscheidung der OPEC+, die Fördermengen ab Juli um 411.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Die OPEC+ besteht aus Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder sowie deren Partnern, darunter Russland. Der Schritt gilt als Teil einer Strategie von Saudi-Arabien und Russland, Marktanteile zurückzugewinnen und Überproduktionen anderer Mitglieder zu sanktionieren.
Zudem belasteten schwache Wirtschaftsdaten aus den USA die Märkte. Der US-Dienstleistungssektor schrumpfte im Mai erstmals seit fast einem Jahr, während Unternehmen höhere Preise für Vorleistungen zahlten. Dies deutet auf ein anhaltendes Risiko für schwaches Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation hin. Auch die Spannungen zwischen den USA und China trugen zur Unsicherheit bei. US-Präsident Donald Trump erklärte, Chinas Staatschef Xi Jinping sei sehr hart und schwer für eine Einigung zu gewinnen, was Differenzen zwischen beiden Ländern offenlegte. Zuvor hatte das Weiße Haus Erwartungen für ein Gespräch zwischen Trump und Xi in dieser Woche geweckt.
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Zur AktienanalyseWährenddessen traf Kanada Vorbereitungen für mögliche Gegenmaßnahmen, und die Europäische Union meldete Fortschritte bei ihren Handelsgesprächen. Neue US-Zölle auf Metalle hatten zuvor bereits zusätzliche Belastungen für die Weltwirtschaft ausgelöst und den Druck auf Verhandlungen mit Washington erhöht.

