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Ölpreise sinken nach OPEC+-Diskussion über Fördermenge

Mögliche Juli-Erhöhung und überraschender US-Lageraufbau belasten den Markt zusätzlich

 Ölpreise sinken nach OPEC+-Diskussion über Fördermenge

Die Ölpreise sind um ein Prozent gefallen, nachdem Berichte über eine mögliche Produktionsausweitung der OPEC+ für Juli aufkamen. Dies hat bei Marktteilnehmern Sorgen ausgelöst, dass das weltweite Angebot das Nachfragewachstum übersteigen könnte. Der Preis für Brent-Rohöl sank um 64 Cent auf 64,27 US-Dollar pro Barrel. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verlor 59 Cent und notierte bei 60,98 US-Dollar pro Barrel.

Nach Angaben von Bloomberg News erwägt die OPEC+, also die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Partner, bei ihrem nächsten Treffen am 1. Juni eine weitere bedeutende Produktionssteigerung. Diskutiert werde unter anderem eine Erhöhung der Fördermenge um 411.000 Barrel pro Tag im Juli. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen worden, hieß es unter Berufung auf Delegierte.

Ein Analyst von Onyx Capital Group erklärte, dass der Markt offenbar auf Anzeichen reagiere, wonach die OPEC ihre bisherige Strategie zur Preisverteidigung aufgibt und stattdessen verstärkt auf die Sicherung von Marktanteilen setzt. Die OPEC+ hatte bereits zuvor mit einer schrittweisen Rücknahme der Produktionskürzungen begonnen und für Mai und Juni zusätzliche Mengen auf den Markt gebracht. Frühere Berichte hatten nahegelegt, dass die Gruppe bis November bis zu 2,2 Millionen Barrel pro Tag zurückführen könnte.

Die Analystin von RBC Capital, Helima Croft, bezeichnete eine Produktionsausweitung um 411.000 Barrel ab Juli als das wahrscheinlichste Ergebnis des bevorstehenden Treffens, insbesondere durch Saudi-Arabien. Es bleibe jedoch offen, ob die freiwilligen Kürzungen vollständig zurückgenommen werden, bevor im Herbst in vielen Teilen der Welt die Blätter fallen – also gemäß dem ursprünglich geplanten Zeitplan.

Bereits vor Veröffentlichung der OPEC+-Pläne waren die Preise unter Druck geraten. Daten der Energy Information Administration hatten überraschend steigende US-Öl- und Kraftstofflagerbestände gezeigt. In der Woche bis zum 16. Mai stiegen die Rohölvorräte um 1,3 Millionen Barrel auf insgesamt 443,2 Millionen Barrel. Analysten hatten zuvor mit einem Rückgang in gleicher Höhe gerechnet.

Ein Experte von LSEG Oil Research betonte, dass der überraschende Lageraufbau vor allem den Preis für US-Rohöl belaste und möglicherweise weitere US-Exporte nach Europa und Asien zur Folge habe. Der steigende Ertrag von zehnjährigen US-Staatsanleihen deute zudem darauf hin, dass OPEC+ ihre Produktion in einem Markt mit rückläufiger Nachfrage erhöhe.

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