Ölpreise sinken nach US-Zinssenkung erneut
Sorgen über schwache Nachfrage in den USA belasten die Märkte zusätzlich

Die Ölpreise sind am Donnerstag erneut leicht gefallen, nachdem die US-Notenbank den Leitzins gesenkt hatte und Anleger die Aussichten für eine lockere Geldpolitik gegen die Sorgen um die amerikanische Wirtschaft abwogen. Der Preis für Brent-Rohöl sank um 30 Cent beziehungsweise 0,4 Prozent auf 67,65 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor ebenfalls 30 Cent oder 0,5 Prozent und notierte bei 63,75 Dollar. Damit setzte sich die Abwärtsbewegung an den Märkten bereits am zweiten Handelstag in Folge fort.
Die Entscheidung der Federal Reserve vom Mittwoch, den Leitzins um ein Viertel Prozentpunkt zu senken, zielte auf eine Stabilisierung der Konjunktur ab. Die Zentralbank deutete zugleich an, dass die Kreditkosten im Laufe des Jahres weiter sinken dürften. Grund für den Schritt sind zunehmende Anzeichen einer Schwäche auf dem Arbeitsmarkt. Niedrigere Zinsen wirken in der Regel nachfragestützend und können auch die Ölnachfrage ankurbeln.
Kuwaits Energieminister Tarek al-Roumi äußerte die Erwartung, dass die Senkung der US-Zinsen insbesondere in Asien zu einem Anstieg des Ölverbrauchs führen werde. Analysten äußerten jedoch Zweifel, ob diese Entwicklung tatsächlich die Preise stützen könne. Jorge Montepeque, Geschäftsführer der Onyx Capital Group, verwies darauf, dass die Notenbank mit ihrem Schritt auf die abflauende Wirtschaft reagiere und versuche, das Wachstum wieder zu beleben.
Fed-Chef Jerome Powell betonte, dass die Risiken am Arbeitsmarkt derzeit schwerer wögen als jene einer anhaltenden Inflation. Dennoch sei es weiterhin notwendig, mögliche Preissteigerungen zu beobachten und einzudämmen. Diese vorsichtigen Aussagen trugen dazu bei, dass die Marktstimmung trotz der Zinssenkung verhalten blieb.
Neben den geldpolitischen Faktoren belasteten auch fundamentale Marktdaten die Ölpreise. Ein Überangebot an Rohöl und eine schwache Nachfrage in den USA, dem weltweit größten Ölverbraucher, drückten die Notierungen. Nach Angaben der amerikanischen Energiebehörde EIA waren die Rohölbestände in der vergangenen Woche zwar deutlich gesunken, da die Nettoimporte auf ein Rekordtief gefallen waren und die Exporte den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreichten.
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Zur AktienanalyseAllerdings stiegen die Vorräte an Destillaten wie Diesel und Heizöl deutlich um vier Millionen Barrel. Analysten hatten lediglich mit einem Zuwachs von einer Million Barrel gerechnet. Dieser unerwartet starke Anstieg weckte neue Zweifel an der Stärke der Binnennachfrage in den Vereinigten Staaten und sorgte für zusätzlichen Druck auf die Preise.


