Ölpreise sinken trotz Zollpause der USA
Handelskonflikt mit China und Angebotslage belasten Marktstimmung

Die Ölpreise sind gesunken, obwohl die Vereinigten Staaten eine 90-tägige Pause bei Zöllen für die meisten Länder angekündigt haben. US-Präsident Donald Trump verschärfte gleichzeitig den Handelskonflikt mit China, indem er den Zollsatz für chinesische Importe von zuvor 104 Prozent auf 125 Prozent anhob. Brent-Rohöl fiel um 77 Cent beziehungsweise 1,18 Prozent auf 64,71 US-Dollar pro Barrel. West Texas Intermediate verlor 65 Cent oder 1,04 Prozent und notierte bei 61,70 US-Dollar.
Noch am Vortag hatten sich die Ölpreise nach einem zwischenzeitlichen Rückgang um sieben Prozent wieder erholt und vier Prozent höher geschlossen. Analysten sehen jedoch weiterhin große Unsicherheiten, insbesondere durch die verschärften Handelsmaßnahmen gegenüber China. Laut Rohstoffstrategen der ING könnte diese Unsicherheit das globale Wachstum belasten und damit die Nachfrage nach Öl dämpfen. Auch die Terminstruktur von ICE Brent deute auf ein besser versorgtes Marktumfeld hin, da die Kontrakte ab Januar 2026 in eine Contango-Struktur übergegangen sind.
China reagierte ebenfalls mit einer Erhöhung seiner Importzölle auf US-Waren und führte ab Donnerstag einen Satz von 84 Prozent ein. Analysten erwarten, dass die zuletzt gestiegene Zuversicht über eine mögliche Entspannung bei den Zöllen nur von kurzer Dauer sein könnte. Die Nachfrageperspektiven gelten weiterhin als schwach, da Chinas Wachstumsaussichten durch den anhaltenden Handelskonflikt gefährdet seien.
Einige Marktbeobachter wiesen jedoch auf gemischte Impulse bei der Angebotsseite hin. Die Preise erhielten Unterstützung durch die Erklärung höherer Gewalt auf geplante Lieferungen über die Keystone-Pipeline. Diese bleibt nach einem Ölunfall in der Nähe von Fort Ransom in North Dakota weiterhin geschlossen. Der Betreiber South Bow prüft derzeit Möglichkeiten zur Wiederinbetriebnahme.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig nahm das Kaspische Pipeline-Konsortium die Verladung an einem der beiden zuvor geschlossenen Schwarzmeer-Ankerpunkte wieder auf. Ein russisches Gericht hatte zuvor die Auflagen für die von westlichen Partnern unterstützte Anlage aufgehoben. In den Vereinigten Staaten stiegen die Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 4. April laut der Energy Information Administration um 2,6 Millionen Barrel – fast doppelt so viel wie von Experten erwartet.


