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Ölpreise sinken wegen Handelskonflikt

Wirtschaftliche Unsicherheiten und OPEC+ Strategie belasten Nachfrage und Prognosen

 Ölpreise sinken wegen Handelskonflikt

Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken, da Marktteilnehmer ihre Erwartungen an das weltweite Nachfragewachstum nach unten korrigierten. Hintergrund ist der anhaltende Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 44 Cent beziehungsweise 0,7 Prozent auf 65,42 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor 40 Cent oder 0,6 Prozent und notierte bei 61,65 US-Dollar pro Barrel. Bereits am Montag waren beide Referenzsorten um mehr als einen Dollar gefallen.

Marktbeobachter verfolgen die Entwicklungen in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China mit großer Aufmerksamkeit. Laut Einschätzung von Priyanka Sachdeva, leitende Marktanalystin bei Phillip Nova, könnten sich die verschlechternden Handelsbeziehungen zwischen den beiden führenden Volkswirtschaften negativ auf die globale Konjunktur auswirken. Eine drohende Rezession wird als mögliches Szenario gesehen. Der Mangel an Vertrauen in eine baldige Erholung der Nachfrage und das Fehlen konkreter Anzeichen für eine Belebung des Konsums auf dem chinesischen Festland würden die Ölpreise weiterhin belasten.

Die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump, der darauf abzielt, den Welthandel durch Zölle auf sämtliche US-Importe neu zu gestalten, erhöht nach Einschätzung der Mehrheit der befragten Ökonomen das Risiko einer globalen Rezession im laufenden Jahr. China, das von diesen Maßnahmen besonders betroffen ist, hat mit eigenen Zöllen auf US-Importe reagiert. Dadurch wurde der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Ölverbrauchern der Welt weiter angeheizt. Analysten haben daraufhin ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage und die Preisentwicklung deutlich gesenkt.

Die britische Bank Barclays hat am Montag ihre Preisprognose für Brent-Rohöl im Jahr 2025 um vier US-Dollar auf 70 Dollar pro Barrel gesenkt. Als Gründe wurden die anhaltenden Handelskonflikte sowie eine veränderte Produktionsstrategie der OPEC+-Staaten genannt, die in diesem Jahr zu einem täglichen Überangebot von einer Million Barrel führen könnten. Mehrere Mitglieder der OPEC+ haben laut informierten Kreisen vorgeschlagen, im Juni zum zweiten Mal in Folge die Fördermengen zu erhöhen. Ein deutlicher Preisrückgang erscheint daher möglich, sollte die Fördermenge steigen, erklärte Öl-Analyst Philip Verleger.

Zusätzlich wird ein Anstieg der US-Rohölvorräte um etwa 500.000 Barrel in der Woche bis zum 15. April erwartet. Erste Schätzungen dazu wurden am Montag im Rahmen einer Reuters-Umfrage unter Analysten bekannt. Die Industrievereinigung American Petroleum Institute wird ihre Lagerbestände am Dienstag veröffentlichen, während die offiziellen Zahlen der US-Energiebehörde für Mittwoch angekündigt sind.

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