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Ölpreise sinken wegen Iran-Spekulationen

Unerwarteter Anstieg der US-Lagerbestände verstärkt Abwärtsdruck auf den Markt

Ölpreise sinken wegen Iran-Spekulationen

Die Ölpreise sind am Donnerstag um über einen Dollar gesunken. Auslöser waren Erwartungen über ein mögliches Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie ein überraschender Anstieg der US-Rohöllagerbestände. Die Futures für Brent-Rohöl fielen um 1,49 US-Dollar beziehungsweise 2,3 Prozent auf 64,60 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab ebenfalls um 1,46 US-Dollar oder 2,3 Prozent auf 61,69 US-Dollar nach. Bereits am Vortag hatten beide Referenzsorten rund 0,8 Prozent verloren.

Ein iranischer Regierungsvertreter erklärte in einem Interview mit NBC News, dass der Iran zu einem Abkommen mit den USA bereit sei, wenn im Gegenzug wirtschaftliche Sanktionen aufgehoben würden. Laut Analysten führte diese Aussicht auf eine mögliche Lockerung der US-Sanktionen gegen den Iran zu einem Verkaufsdruck am Ölmarkt. Ein solches Abkommen könnte das globale Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage verändern.

Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al-Saud äußerte am Mittwoch seine volle Unterstützung für die Gespräche zwischen den USA und dem Iran und äußerte die Hoffnung auf positive Ergebnisse. Die US-Regierung verhängte unterdessen neue Sanktionen gegen iranische Aktivitäten zur inländischen Herstellung von Komponenten für ballistische Raketen. Bereits am Dienstag waren Sanktionen gegen rund 20 Unternehmen erlassen worden, die laut US-Angaben seit Langem iranisches Öl nach China liefern.

Parallel dazu wurden nach einem vierten Gesprächszyklus zwischen den USA und dem Iran im Oman über das iranische Atomprogramm Fortschritte erwartet. Ein weiterer Belastungsfaktor für die Ölpreise war der unerwartete Anstieg der US-Rohölvorräte. Daten der US-Energieinformationsbehörde zeigen, dass die Lagerbestände in der Woche bis zum 9. Mai um 3,5 Millionen Barrel auf insgesamt 441,8 Millionen Barrel gestiegen sind. Analysten hatten stattdessen mit einem Rückgang um 1,1 Millionen Barrel gerechnet.

Auch Zahlen des American Petroleum Institute deuteten auf einen Anstieg der Lagerbestände hin – demnach seien es 4,3 Millionen Barrel gewesen. Hinzu kam laut Marktanalysten eine Phase der Gewinnmitnahmen, nachdem der Ölpreis sich zuletzt dem oberen Ende seiner jüngsten Handelsspanne von 55 bis 65 US-Dollar pro Barrel angenähert hatte. Die OPEC korrigierte zudem ihre Prognose für das diesjährige Wachstum der Ölproduktion außerhalb des OPEC+-Verbunds, einschließlich der USA, leicht nach unten.

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