Ölpreise stabilisieren sich nach Rückschlägen
OPEC+ erwägt Förderausweitung, US-Lagerbestände sinken deutlich

Rohölpreise haben sich nach zwei Handelstagen mit deutlichen Verlusten stabilisiert, während Anleger mögliche Fördererhöhungen der OPEC+ gegen rückläufige US-Ölvorräte abwägen. Brent-Futures für Dezember legten im frühen Mittwochshandel um 12 Cent auf 66,15 Dollar je Barrel zu, während US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate ebenfalls um 12 Cent auf 62,49 Dollar stieg.
Zu Beginn der Woche hatten beide Sorten kräftige Rückgänge verzeichnet. Am Montag gaben Brent und WTI um mehr als drei Prozent nach, der stärkste Tagesverlust seit dem 1. August. Am Dienstag fielen die Preise erneut um mindestens 1,5 Prozent. Diese Entwicklung war von der Unsicherheit über das künftige Angebot sowie von Spekulationen über mögliche Entscheidungen der großen Förderländer beeinflusst.
Rückläufige US-Ölvorräte wirkten einem weiteren Preisverfall entgegen. Nach Angaben von Marktbeobachtern, die sich auf Schätzungen des American Petroleum Institute stützten, sind die US-Rohölbestände in der Woche bis zum 26. September um 3,67 Millionen Barrel gesunken. Gleichzeitig stiegen die Benzinvorräte um 1,3 Millionen Barrel, während die Bestände an Destillaten um 3 Millionen Barrel zulegten. Diese gemischten Lagerdaten sorgten an den Märkten für unterschiedliche Signale, da sinkende Rohölvorräte häufig auf eine stärkere Nachfrage hindeuten, während steigende Produktlager auf eine gedämpfte Verbrauchsdynamik schließen lassen können.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht die OPEC+, die über eine deutliche Ausweitung ihrer Fördermengen diskutiert. Drei mit den Gesprächen vertraute Personen erklärten, das Bündnis könne sich im November auf eine Erhöhung der Produktion um bis zu 500.000 Barrel pro Tag verständigen. Das wäre das Dreifache der Steigerung, die für Oktober beschlossen wurde. Saudi-Arabien strebt demnach an, Marktanteile zurückzugewinnen.
Innerhalb der Gruppe, die etwa die Hälfte der weltweiten Ölförderung abdeckt, wird nach Angaben zweier Quellen ein Anstieg zwischen 274.000 und 411.000 Barrel pro Tag erwogen. Ein dritter Gesprächspartner sprach von einer möglichen Erhöhung um 500.000 Barrel pro Tag. Gleichzeitig erklärte die OPEC in einem Beitrag auf der Plattform X, Medienberichte über eine geplante Anhebung um genau 500.000 Barrel pro Tag seien irreführend.
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Zur AktienanalyseParallel zu den Entwicklungen auf dem Ölmarkt gewann in den USA ein außenpolitisches Thema an Bedeutung. Präsident Donald Trump erhielt die Unterstützung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu für einen von den USA unterstützten Friedensvorschlag für den Gazastreifen. Die Haltung der Hamas zu diesem Plan blieb allerdings unklar.

