Ölpreise stagnieren trotz Lieferausfällen in Russland
US-Zölle, Rekordförderung und OPEC+ sorgen für Unsicherheit am Markt

Die Ölpreise bewegten sich zu Wochenbeginn in einer engen Handelsspanne. Steigende Fördermengen und die Belastungen durch US-Strafzölle auf die Nachfrage glichen die Auswirkungen von Unterbrechungen russischer Lieferungen aus, die infolge verstärkter Luftangriffe im Krieg zwischen Russland und der Ukraine entstanden. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 30 Cent beziehungsweise 0,44 Prozent auf 67,18 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate notierte mit 63,73 Dollar je Barrel um 28 Cent niedriger, was ebenfalls einem Minus von 0,44 Prozent entspricht. Aufgrund eines Feiertags in den Vereinigten Staaten wurde mit einem eher verhaltenen Handel gerechnet.
Hintergrund der Entwicklung sind unter anderem russische Drohnenangriffe, die Energieanlagen in der Ukraine lahmgelegt haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte als Reaktion weitere Angriffe tief ins russische Gebiet an. Beide Länder haben in den vergangenen Wochen ihre Luftschläge verstärkt und dabei insbesondere die Energieinfrastruktur ins Visier genommen. Dies beeinträchtigt auch die Ausfuhren russischen Öls, deren Umfang nach Daten von Tanker-Trackern zuletzt auf ein Vier-Wochen-Tief von 2,72 Millionen Barrel pro Tag gefallen ist.
Trotz dieser Rückgänge erwarten Händler, dass die russischen Ölexporte nach Indien im September zunehmen werden. Dies geschieht, obwohl die USA Sekundärsanktionen gegen Neu-Delhi verhängt haben, weil das Land weiterhin Öl aus Russland bezieht. Beobachter blicken zudem auf das bevorstehende Treffen zwischen dem indischen Premierminister Narendra Modi und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in China. Beide nehmen dort am Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit teil, während Washington Druck auf Neu-Delhi ausübt.
Eine Umfrage von Reuters deutete darauf hin, dass Ölpreise in diesem Jahr kaum Spielraum für größere Anstiege haben. Das wachsende Angebot führender Förderländer erhöht das Risiko eines Überangebots, während zugleich die von den USA angedrohten Zölle auf die Nachfrage lasten. Diese Faktoren bestimmten den Markt ebenso wie neue Wirtschaftsdaten aus Asien. Fabriken in China verzeichneten im August überraschend ein Wachstum, während die Industrie in Japan und Südkorea schwächer abschnitt. Unternehmen spürten zunehmend die Folgen der US-Strafzölle, was die Erholung in der Region fragiler erscheinen lässt.
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Zur AktienanalyseSowohl Brent als auch WTI hatten im August erstmals seit vier Monaten nachgegeben. Beide Rohölsorten verloren mehr als sechs Prozent, da Sorgen über die Produktionspolitik der OPEC+ den Markt belasteten. Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf das Treffen der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner am 7. September, von dem neue Signale zur Förderpolitik erwartet werden. Parallel dazu meldete die US-Energiebehörde, dass die heimische Ölproduktion im Juni ein Rekordniveau von 13,58 Millionen Barrel pro Tag erreicht hat. Zudem wird in dieser Woche ein Arbeitsmarktbericht aus den USA erwartet, der Hinweise auf die Konjunkturlage und die weitere Zinspolitik geben dürfte.


