Ölpreise stagnieren vor OPEC+-Entscheidung zur Förderung
Iranische Preisstrategie und US-Handelspolitik beeinflussen Marktstimmung zusätzlich

Die Ölpreise haben sich kaum verändert, da am Markt zunehmend damit gerechnet wird, dass die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihre Verbündeten, bekannt als OPEC+, bei ihrem bevorstehenden Treffen eine Erhöhung der Fördermengen beschließen werden. Die Brent-Rohöl-Futures stiegen bis 6:40 Uhr GMT um 11 Cent beziehungsweise 0,2 Prozent auf 64,85 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 6 Cent beziehungsweise 0,1 Prozent auf 61,59 US-Dollar zu. Am Montag fand kein Handel statt, da in den USA der Memorial Day begangen wurde.
Marktbeobachter verwiesen auf eine zunehmende Erwartung steigender OPEC-Fördermengen. Der Rohölpreis habe leicht nachgegeben, da sich der Markt mit der Aussicht auf ein höheres Angebot auseinandersetze, erklärte ein Rohstoffstratege der ANZ-Bank. Beobachter rechnen damit, dass OPEC+ bei dem bevorstehenden Treffen eine Fördermenge für Juli festlegen wird. Quellen zufolge soll dabei eine Erhöhung um 411.000 Barrel pro Tag beschlossen werden.
Russlands Vizepremierminister Alexander Nowak erklärte am Montag, dass innerhalb der OPEC+ bislang noch nicht über eine Ausweitung der Förderung gesprochen worden sei. Es wird erwartet, dass die endgültige Entscheidung über die Förderquoten in einem Online-Treffen der Minister am 28. Mai getroffen wird. Acht Mitglieder der Allianz, die sich zu zusätzlichen freiwilligen Förderkürzungen verpflichtet hatten, sollen sich am 31. Mai beraten – einen Tag früher als zunächst geplant, wie drei informierte Quellen mitteilten.
Bereits zuvor hatte OPEC+ beschlossen, die Erhöhung der Fördermengen auch im Juni fortzusetzen. Für Entspannung sorgte unterdessen die Entscheidung des US-Präsidenten, die laufenden Handelsgespräche mit der Europäischen Union bis zum 9. Juli zu verlängern. Damit wurden kurzfristige Sorgen vor möglichen Zöllen gemildert, die sich negativ auf die Kraftstoffnachfrage hätten auswirken können.
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Zur AktienanalyseDie staatliche iranische National Iranian Oil Company gab bekannt, dass der offizielle Verkaufspreis für die leichte Rohölsorte des Landes im Juni für asiatische Abnehmer 1,80 US-Dollar pro Barrel über dem Durchschnittspreis von Oman/Dubai liegen werde. Für Mai lag der Aufschlag bei 1,65 US-Dollar. Der iranische Präsident erklärte zudem, dass sein Land auch dann überleben könne, wenn die Atomverhandlungen mit den Vereinigten Staaten scheitern sollten. Ein Scheitern der Gespräche könnte anhaltende Sanktionen bedeuten, wodurch das iranische Ölangebot begrenzt bliebe, was wiederum stützend auf die Ölpreise wirken könnte.


