Ölpreise steigen durch US-Sanktionen gegen Russland
Erwartete Lieferengpässe treffen vor allem Indien und China

Der Ölpreis hat in den letzten Tagen weiter zugelegt, da neue US-Sanktionen gegen russisches Öl die Märkte beeinflussen. Der Preis für Brent-Öl stieg auf über 80 Dollar pro Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten. Auch die US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI)-Marke verzeichnete einen Anstieg. Dieser Aufwärtstrend wurde durch die Erweiterung der US-Sanktionen gegen russische Ölproduzenten und den erwarteten Auswirkungen auf die Lieferungen nach China und Indien ausgelöst, den beiden größten Abnehmern von russischem Öl.
Die neuen Sanktionen, die auch 183 Schiffe betreffen, die russisches Öl transportiert haben, sollen Russlands Einnahmen verringern, die für die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine verwendet werden. Analysten und Händler gehen davon aus, dass die russischen Ölexporte durch diese Maßnahmen erheblich beeinträchtigt werden. China und Indien sind nun gezwungen, alternative Quellen für Rohöl zu finden, vor allem im Nahen Osten, in Afrika und in Amerika. Dies dürfte die Preise und die Transportkosten weiter ansteigen lassen.
Berechnungen von Goldman Sachs zufolge transportierten die betroffenen Schiffe im Jahr 2024 rund 1,7 Millionen Barrel Öl pro Tag, was etwa 25 % der gesamten russischen Exporte ausmacht. Angesichts der erwarteten Angebotsengpässe rechnet die Investmentbank damit, dass der Preis für Brent-Öl möglicherweise über dem vorhergesehenen Bereich von 70 bis 85 Dollar pro Barrel liegen könnte. Diese Unsicherheiten in Bezug auf das Angebot haben auch die Preisstruktur auf den Märkten verändert, was sich in einer weitreichenden Backwardation zeigt, bei der kurzfristige Preise höher sind als langfristige.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Sanktionen betreffen auch Schiffe, die zuvor russisches Öl nach Indien und China transportiert haben. Diese Länder, die nach der Verhängung von West-Sanktionen und der Preisobergrenze im Jahr 2022 verstärkt auf russisches Öl setzten, müssen nun auf andere Lieferanten zurückgreifen. Analysten gehen davon aus, dass diese Einschränkungen vor allem Indien betreffen werden, das auf russische Ölimporte angewiesen ist. Trotz dieser Herausforderungen haben Experten festgestellt, dass Russland Möglichkeiten hat, sich anzupassen, indem es auf nicht sanktionierte Tanker ausweicht oder Öl zu einem günstigeren Preis anbietet, um westliche Versicherungen in Anspruch nehmen zu können.


