Ölpreise steigen erneut dank starker US-Nachfrage
Rückgang der Lagerbestände und geopolitische Unsicherheit treiben Markt zusätzlich an

Die Ölpreise haben ihre Gewinne ausgeweitet, gestützt durch Anzeichen einer anhaltend starken Nachfrage in den Vereinigten Staaten. Brent-Rohöl kletterte am Donnerstag in den frühen Handelsstunden auf ein Zwei-Wochen-Hoch und notierte mit einem Plus von 27 Cent bei 67,11 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 29 Cent auf 63 Dollar. Beide Kontrakte hatten bereits in der vorangegangenen Sitzung um mehr als ein Prozent zugelegt.
Die jüngsten Daten der US-Energiebehörde EIA zeigen einen deutlichen Rückgang der Rohölvorräte. Die Bestände gingen in der vergangenen Woche um sechs Millionen Barrel auf 420,7 Millionen Barrel zurück. Analysten hatten lediglich mit einem Abbau von 1,8 Millionen Barrel gerechnet. Auch die Benzinvorräte nahmen stärker ab als erwartet und sanken um 2,7 Millionen Barrel, während im Vorfeld nur ein Rückgang um 915.000 Barrel prognostiziert worden war. Parallel dazu erreichte der Vier-Wochen-Durchschnitt beim Verbrauch von Flugbenzin den höchsten Stand seit 2019, was auf eine rege Nachfrage während der laufenden Reisesaison hindeutet.
Analysten sehen in diesen Zahlen ein klares Signal für eine robuste Entwicklung der Nachfrage in den USA. Der Rohstoffstratege Daniel Hynes von der ANZ-Bank erklärte, dass die Preisbewegungen vor allem auf die gestärkte Markteinschätzung zurückzuführen seien. Gleichwohl verwies er darauf, dass weiterhin Unsicherheit bestehe, da die Märkte die Bemühungen um ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine genau im Blick behielten. Ein erfolgreicher Friedensschluss könnte die Ölpreise unter Druck setzen, doch solange Fortschritte ausbleiben, sehen Händler eine Stütze für den Markt.
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Während westliche Staaten über künftige Sicherheitsgarantien für die Ukraine beraten, machte Russland deutlich, dass eine Lösung ohne seine Beteiligung nicht möglich sei. Moskau warnte vor einem „Weg ins Nichts“, sollten Verhandlungen an Russland vorbeigeführt werden. Infolge der ausbleibenden Fortschritte bleiben westliche Sanktionen gegen russisches Öl bestehen. Zudem steht die Möglichkeit weiterer Strafmaßnahmen und höherer Zölle auf Käufer russischen Rohöls im Raum.
Russland selbst betont, weiterhin Abnehmer beliefern zu wollen. Diplomaten erklärten in Indien, dass die Lieferungen trotz US-Warnungen fortgesetzt würden. Die US-Regierung kündigte in diesem Zusammenhang zusätzliche Strafzölle von 25 Prozent auf indische Waren an, die ab dem 27. August gelten sollen. Auch die Europäische Union hat reagiert und Sanktionen gegen die indische Raffinerie Nayara Energy verhängt, die eng mit dem russischen Konzern Rosneft verbunden ist.
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Zur AktienanalyseIndische Raffinerien hatten zunächst ihre Käufe von russischem Öl zurückgefahren, sind inzwischen jedoch wieder zu verstärkten Importen übergegangen. Staatsnahe Unternehmen wie Indian Oil und Bharat Petroleum haben Lieferungen für September und Oktober gesichert, nachdem die Preisnachlässe bei russischem Rohöl deutlich ausgeweitet wurden.


