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Ölpreise steigen nach Fünfmonatstief wieder leicht

Hoffnung auf US-China-Gespräche und Waffenstillstand im Gazastreifen stabilisieren die Märkte

Ölpreise steigen nach Fünfmonatstief wieder leicht

Die Ölpreise haben am Montag wieder etwas an Boden gewonnen, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung auf ein Fünfmonatstief gefallen waren. Händler hoffen, dass mögliche Gespräche zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und Chinas zur Entspannung im Handelskonflikt beitragen könnten. Beide Länder zählen zu den größten Volkswirtschaften und Ölverbrauchern der Welt.

Die Nordseesorte Brent legte um 92 Cent oder 1,47 Prozent auf 63,65 Dollar je Barrel zu, nachdem sie am Freitag um 3,82 Prozent gefallen war und damit den niedrigsten Stand seit dem 7. Mai erreicht hatte. Das US-Rohöl West Texas Intermediate notierte bei 59,79 Dollar je Barrel, ein Plus von 89 Cent oder 1,51 Prozent. Am Freitag hatte WTI noch 4,24 Prozent eingebüßt. Da in Teilen der USA am Montag ein Feiertag begangen wurde, erfolgt der Handelsschluss für WTI erst am Dienstag.

Analyst Suvro Sarkar von DBS erklärte, der Preisverfall der vergangenen Woche sei vor allem durch den Waffenstillstand im Gazastreifen und die erneute Unsicherheit im Handelsstreit zwischen den USA und China ausgelöst worden. Beide Seiten hätten jedoch Bereitschaft signalisiert, wieder miteinander zu verhandeln. Die kurzfristige Entwicklung des Ölmarktes hänge nun vom Ergebnis dieser Gespräche ab.

Der Konflikt zwischen Washington und Peking hatte sich zuletzt verschärft, nachdem China seine Exportkontrollen für Seltene Erden ausgeweitet hatte. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin an, zum 1. November Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische Ausfuhren in die USA zu erheben. Zudem sollen neue Exportbeschränkungen für als kritisch eingestufte Softwareprodukte eingeführt werden. Kurz darauf versuchte Trump, die Lage zu beruhigen, und schrieb auf seiner Plattform Truth Social, man solle sich keine Sorgen machen, alles werde gut verlaufen.

Trotz der scharfen Rhetorik bestehen weiterhin Chancen auf ein Treffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Jamison Greer könnte dieses am Rande des Asien-Pazifik-Wirtschaftsforums in Südkorea noch im Laufe des Monats stattfinden. Analysten von Goldman Sachs sehen das wahrscheinlichste Szenario darin, dass beide Seiten von den härtesten Maßnahmen abrücken und eine Verlängerung der im Mai vereinbarten Zollpause erzielen. Ein gewisses Risiko einer erneuten Eskalation bleibe jedoch bestehen, was vorübergehend zu neuen Zöllen oder Exportbeschränkungen führen könne.

Parallel dazu meldeten chinesische Behörden, dass die Rohölimporte des Landes im September um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 11,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen seien. Die Raffinerien hätten mit der höchsten Auslastung des Jahres gearbeitet, während die staatlichen Vorräte weiter aufgestockt wurden.

In der Nahostregion wurden unterdessen die ersten sieben israelischen Geiseln aus dem Gazastreifen freigelassen. Nach Angaben eines beteiligten Vertreters handelte es sich um die erste Phase einer von Donald Trump mitvermittelten Vereinbarung, die auf ein Ende des Konflikts in Gaza abzielt.

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