Ölpreise steigen nach jüngstem Tiefstand leicht an
US-Förderkürzungen und China-Konsum stützen den Markt trotz Handelsunsicherheit

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen und lagen damit leicht über den zuletzt erreichten Vierjahrestiefs. Investoren richten ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie auf Anzeichen für eine rückläufige Ölförderung in den USA. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 44 Cent auf 62,59 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 50 Cent auf 59,59 US-Dollar pro Barrel.
Beide Referenzsorten hatten kürzlich die tiefsten Werte seit vier Jahren erreicht. Auslöser waren die Entscheidungen der OPEC+, die Fördermengen schneller zu erhöhen, was Befürchtungen über ein Überangebot verstärkte. Gleichzeitig belasteten erhöhte US-Zölle die Nachfragesituation am Ölmarkt. Marktbeobachter erwarten, dass die anstehenden Handelsgespräche zwischen den USA und China für eine Stimmungsaufhellung sorgen könnten, auch wenn substanzieller Fortschritt bei der Senkung der Zölle nötig wäre, um die Aussichten für die Ölnachfrage spürbar zu verbessern.
Die zuletzt gesunkenen Ölpreise haben in den Vereinigten Staaten einige Energieunternehmen wie Diamondback Energy und Coterra Energy dazu veranlasst, Reduktionen bei ihren Bohraktivitäten anzukündigen. Analysten gehen davon aus, dass dies mit zeitlicher Verzögerung die Ölproduktion verringern und somit die Preise stützen könnte. Nach Einschätzung von Rohstoffstrategen der ANZ Bank deutet alles darauf hin, dass die US-Ölförderung in den kommenden Monaten zurückgehen wird.
Darüber hinaus meldeten Marktquellen einen Rückgang der US-Rohölbestände um 4,5 Millionen Barrel in der Woche bis zum 2. Mai. Offizielle Daten der US-Regierung werden für den Nachmittag erwartet. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Rückgang der Lagerbestände um 800.000 Barrel. Diese Entwicklung trägt ebenfalls zur Stabilisierung der Ölpreise bei.
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Zur AktienanalyseAnzeichen einer sich belebenden Nachfrage lieferten zuletzt die Verbraucherausgaben in China, die während der Maifeiertage anzogen. Auch in Europa deuten sich positive Signale an: Unternehmen dürften im ersten Quartal ein Gewinnwachstum von 0,4 Prozent verzeichnen. Noch vor einer Woche hatten Analysten mit einem Rückgang von 1,7 Prozent gerechnet. Die US-Notenbank wird am Mittwoch voraussichtlich ihren Leitzins unverändert lassen, da die wirtschaftlichen Aussichten durch die Zollpolitik belastet werden.

