Ölpreise steigen nach technischem Rebound leicht an
Zuvor tiefster Stand seit 2021 – OPEC+ und US-Zölle belasten den Markt

Die Ölpreise sind am Dienstag um mehr als ein Prozent gestiegen, nachdem sie in der vorherigen Handelssitzung ein Vierjahrestief erreicht hatten. Diese Erholung wurde vor allem durch technische Faktoren und sogenannte "Dip-Käufe" ausgelöst, nachdem die Organisation OPEC+ am Wochenende beschlossen hatte, ihre Fördermengen zum zweiten Mal in Folge schneller zu erhöhen. Trotz des kurzfristigen Anstiegs bleiben die Sorgen über ein Überangebot am Markt bestehen.
Die Futures auf Brent-Rohöl stiegen um 92 Cent auf 61,15 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 89 Cent auf 58,02 US-Dollar pro Barrel zulegte. Am Montag hatten beide Referenzsorten den niedrigsten Stand seit Februar 2021 erreicht. Der Rückgang war auf die Entscheidung der OPEC+ zurückzuführen, die Förderausweitung zu beschleunigen, was zu einem Überangebot führen könnte.
Laut Marktbeobachtern ist der Anstieg weniger auf fundamentale Faktoren zurückzuführen. Der Marktstratege Yeap Jun Rong von IG erklärte, dass die Erholung eher technischer Natur sei. Belastend wirkten weiterhin die Unsicherheit über die künftige Ölnachfrage, insbesondere angesichts der jüngsten US-Zölle, sowie gesenkte Preisprognosen.
In den vergangenen sechs Handelstagen hatte Rohöl über zehn Prozent an Wert verloren. Seit April liegt das Minus bei über 20 Prozent. Ein Auslöser war unter anderem die Einführung neuer US-Zölle durch Präsident Donald Trump, was zu einer Verschärfung der wirtschaftlichen Unsicherheiten und Spekulationen über eine Verlangsamung des globalen Wachstums geführt hatte.
Zusätzliche Unterstützung kam von der Rückkehr chinesischer Marktteilnehmer nach einem fünftägigen Feiertag. China gilt als größter Ölimporteur weltweit, weshalb das niedrige Preisniveau Käufer angelockt haben dürfte. Laut der Analystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova sei dies ein möglicher Grund für den jüngsten Preisanstieg.
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Zur AktienanalyseEbenfalls stützend wirkte sich die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten aus den USA aus. Dort zeigte der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management für den Dienstleistungssektor im April einen Anstieg auf 51,6 Punkte, nach 50,8 Punkten im März. Experten hatten mit einem Rückgang auf 50,2 Punkte gerechnet.
Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch neue Zölle ihre Zinspolitik vorerst nicht verändern. Die Bank Barclays senkte unterdessen ihre Prognose für den Brent-Preis im Jahr 2025 um vier Dollar auf 70 US-Dollar je Barrel. Für 2026 erwartet Barclays einen Preis von 62 US-Dollar pro Barrel.

