Ölpreise steigen nach Treffen Trump und Selenskyj
Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur und US-Kritik an Indiens Ölkäufen bewegen Märkte

Die Ölpreise haben zum Wochenbeginn spürbar zugelegt, nachdem das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj die Aufmerksamkeit der Märkte auf sich zog. Nach den Gesprächen legten die Preise für Brent-Rohöl um 75 Cent beziehungsweise 1,14 Prozent auf 66,60 Dollar je Barrel zu. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 62 Cent oder 0,99 Prozent auf 63,42 Dollar. In der Vorwoche hatten beide Sorten noch Verluste verzeichnet: Brent gab 1,1 Prozent nach, WTI fiel um 1,7 Prozent.
Trump empfing Selenskyj im Weißen Haus, um über mögliche Schritte zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu sprechen. Im Anschluss äußerte er die Hoffnung, dass das Treffen den Weg zu einem Dreiergipfel mit Russlands Präsident Wladimir Putin ebnen könnte. Er betonte zugleich, er glaube, Putin wolle den Krieg beenden. Zugleich forderte Trump die Ukraine auf, ihre Hoffnungen auf eine Rückkehr der von Russland annektierten Krim oder einen NATO-Beitritt aufzugeben. Damit rückte er nach seinem Gespräch mit Putin in Alaska stärker in die Nähe der russischen Position, die auf ein umfassendes Friedensabkommen anstelle einer sofortigen Waffenruhe setzt.
Analysten reagierten vorsichtig. Giovanni Staunovo von UBS erklärte, die Märkte konzentrierten sich nun darauf, ob ein Datum für ein mögliches trilaterales Treffen bekanntgegeben werde. Der Gipfel in Alaska war am Freitag ohne konkrete Vereinbarung zu Ende gegangen, hatte jedoch die Erwartungen an einen baldigen Waffenstillstand deutlich gedämpft.
Währenddessen intensivierte die Ukraine ihre Angriffe auf russische Energieanlagen. Drohnen schlugen in der Region Tambow ein und führten zu einer Unterbrechung der Lieferungen über die Druschba-Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei. Diese Entwicklung stützte die Ölpreise zusätzlich, da der Markt auf mögliche Einschränkungen bei den Exporten reagierte.
Weitere Aufmerksamkeit zog die Kritik aus Washington an Indiens anhaltenden Käufen russischen Rohöls auf sich. Handelsberater Peter Navarro warf Neu-Delhi vor, mit diesen Importen den Krieg in der Ukraine zu finanzieren. Indien fungiere als globales Umschlagzentrum für russisches Öl, verwandele sanktioniertes Rohöl in wertvolle Exportprodukte und verschaffe Moskau die notwendigen Devisen. Analystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova erklärte, die scharfen Worte aus den USA sowie verschobene Handelsgespräche ließen die Sorge wachsen, dass Energieflüsse weiterhin von politischen Spannungen beeinflusst würden, selbst wenn die Aussichten auf Fortschritte im Ukraine-Krieg zunähmen.
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Zur AktienanalyseParallel dazu blicken Investoren auf die anstehende Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell bei der Notenbanktagung in Jackson Hole, die Hinweise auf die künftige Zinspolitik geben könnte. Abseits der Energie- und Finanzmärkte meldeten diplomatische Kreise, dass die Hamas einem 60-tägigen Waffenstillstand mit Israel zugestimmt habe. Das Abkommen sieht die Freilassung von etwa der Hälfte der in Gaza festgehaltenen Geiseln sowie die Freilassung einiger palästinensischer Gefangener durch Israel vor.


