Ölpreise steigen nach US-Angriffen auf Huthis
Chinesische Wirtschaftsdaten und geopolitische Spannungen beeinflussen den Rohölmarkt

Der Ölpreis stieg am Montag, nachdem die Vereinigten Staaten erklärt hatten, ihre Angriffe auf die jemenitischen Huthis fortzusetzen, bis die von Iran unterstützte Gruppe ihre Angriffe auf die Schifffahrt einstellt. Zusätzlich unterstützten positive Konjunkturdaten aus China die Hoffnung auf eine steigende Nachfrage nach Rohöl.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag militärische Angriffe auf die Huthis angeordnet, nachdem die Gruppe wiederholt Schiffe im Roten Meer attackiert hatte. Ein US-Beamter teilte mit, dass die Militäroperationen mehrere Wochen andauern könnten.
Der Preis für Brent-Rohöl-Futures stieg um 72 Cent beziehungsweise 1 Prozent auf 71,30 US-Dollar pro Barrel. Die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI) Rohöl-Futures verteuerten sich um 59 Cent oder 0,9 Prozent auf 67,77 US-Dollar pro Barrel.
Die neuesten Wirtschaftsdaten aus China trugen ebenfalls zu den steigenden Ölpreisen bei. Das Wachstum des Einzelhandelsumsatzes beschleunigte sich im Zeitraum Januar bis Februar, was als positives Signal für die Bemühungen Pekings gewertet wird, den inländischen Konsum zu stärken. Gleichzeitig stieg jedoch die Arbeitslosenquote, während die Industrieproduktion leicht nachgab.
Ein Analyst von UBS erklärte, dass die Ölpreise von besser als erwarteten Wirtschaftsdaten aus China, potenziellen weiteren Konjunkturmaßnahmen sowie den erneuten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten profitierten. Allerdings seien bislang keine Versorgungsunterbrechungen festzustellen.
Laut einem Analysten des Brokerhauses PVM weist der Ölmarkt eine relativ gesunde physische Angebotslage auf. Er verwies auf die Preisprämien für kurzfristige Lieferungen gegenüber späteren Lieferterminen, ein Phänomen, das als Backwardation bekannt ist. Kurzfristige Kaufgelegenheiten könnten sich weiterhin ergeben, obwohl das allgemeine makroökonomische Umfeld unsicher bleibe.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBereits in der vergangenen Woche verzeichnete Öl leichte Kursgewinne. Dennoch liegt der Brent-Preis seit Jahresbeginn um fast fünf Prozent niedriger. Grund sind wachsende Sorgen über eine globale wirtschaftliche Abschwächung, die durch zunehmende Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Ländern verschärft wird.
Zusätzlich dämpfte die Aussicht auf eine mögliche Friedenslösung im Ukraine-Krieg die Preise. Trump kündigte an, am Dienstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen, um Möglichkeiten zur Beendigung des Konflikts zu erörtern. Zuvor hatte es positive Gespräche zwischen Vertretern der USA und Russlands in Moskau gegeben.


