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Ölpreise steigen nach vorsichtiger OPEC+ Entscheidung

Geringerer Produktionsanstieg mildert Angebotsängste, geopolitische Risiken stützen den Markt

Ölpreise steigen nach vorsichtiger OPEC+ Entscheidung

Die Ölpreise haben ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt, nachdem die OPEC+ eine geringere Produktionsausweitung für November beschlossen hat als von den Märkten erwartet. Damit reduzierten sich Befürchtungen über ein mögliches Überangebot, das die Preise in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt hatte. Brent-Rohöl verteuerte sich um 23 Cent beziehungsweise 0,35 Prozent auf 65,70 US-Dollar je Barrel. Der Preis für US-amerikanisches West Texas Intermediate stieg um 21 Cent oder 0,34 Prozent auf 61,90 US-Dollar. Bereits in der vorherigen Sitzung hatten beide Sorten um mehr als ein Prozent zugelegt.

Der Verbund aus der Organisation erdölexportierender Länder sowie Russland und weiteren Förderstaaten will seine Produktion im kommenden Monat um 137.000 Barrel pro Tag anheben. Die Entscheidung blieb damit deutlich hinter den Erwartungen vieler Marktteilnehmer zurück, die mit einer stärkeren Ausweitung gerechnet hatten. Analysten zufolge signalisiert der Schritt, dass das Bündnis vorsichtig vorgeht, um seinen Anteil am globalen Ölmarkt nicht zu schnell auszuweiten. Hintergrund sind Prognosen, die für das vierte Quartal und das kommende Jahr von einem Überangebot ausgehen.

Experten von ING verwiesen darauf, dass der Brent-Preis in der Vorwoche um rund fünf Dollar je Barrel gefallen war, weil Anleger eine umfangreichere Produktionssteigerung erwartet hatten. Der nun erfolgte moderate Preisanstieg sei vor diesem Hintergrund nachvollziehbar, erklärte Anh Pham, leitender Analyst bei LSEG. Nach seinen Worten könne der Markt die zusätzlichen Mengen derzeit noch aufnehmen, ein Übergang in eine Contango-Struktur sei bislang nicht erkennbar.

Seit Jahresbeginn hat OPEC+ ihre Förderziele um mehr als 2,7 Millionen Barrel pro Tag angehoben, was etwa 2,5 Prozent der weltweiten Nachfrage entspricht. Neben den Förderentscheidungen spielen geopolitische Entwicklungen weiterhin eine wichtige Rolle. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine beeinflusst die Energiepreise und sorgt für Unsicherheit über die künftige Verfügbarkeit russischen Öls.

Zusätzliche Spannungen entstanden durch einen Drohnenangriff auf die russische Kirishi-Raffinerie am 4. Oktober. Dabei wurde die wichtigste Destillationseinheit CDU-6 beschädigt, was einen Brand auslöste. Nach Angaben aus der Industrie dürfte die Instandsetzung etwa einen Monat dauern.

Trotz dieser stützenden Faktoren stehen die Preise unter Druck. Neben der OPEC+ erhöhen auch andere Produzenten ihre Förderung. Gleichzeitig könnten schwaches Wirtschaftswachstum und die Auswirkungen von US-Handelszöllen die Nachfrage bremsen und den bestehenden Angebotsüberschuss verstärken, erklärten Analysten.

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