Ölpreise steigen nach Zoll-Ausnahmen leicht an
Chinas Importerholung und Iran-Gespräche stützen den Markt trotz Handelskonflikt

Die Ölpreise sind am Montag leicht gestiegen, nachdem die US-Regierung bestimmte Importzölle ausgesetzt und neue Daten aus China einen deutlichen Anstieg der Rohölimporte im März gezeigt haben. Der Preis für Brent-Rohöl erhöhte sich um 8 Cent auf 64,84 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate um 10 Cent auf 61,60 US-Dollar stieg. Trotz dieser Entwicklung blieben die Gewinne begrenzt, da Sorgen über den andauernden Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter auf die globalen Wirtschaftsaussichten und die Kraftstoffnachfrage drücken.
Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte Ende vergangener Woche Ausnahmen von hohen Zöllen auf Smartphones, Computer und weitere elektronische Geräte gewährt, die größtenteils aus China importiert werden. Diese Maßnahme war Teil einer Serie wechselhafter Zollentscheidungen, die bei Investoren und Unternehmen für Unsicherheit sorgen. Trump kündigte außerdem an, in der kommenden Woche den Zollsatz auf importierte Halbleiter bekanntzugeben.
In China sind die Rohölimporte im März im Vergleich zu den beiden Vormonaten deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich lag der Zuwachs bei nahezu fünf Prozent. Verantwortlich für diesen Anstieg waren unter anderem höhere Lieferungen aus dem Iran sowie eine Erholung der Importe aus Russland.
Trotz der jüngsten Preiszuwächse haben Brent und WTI seit Monatsbeginn jeweils rund zehn US-Dollar pro Barrel verloren. Analysten haben ihre Preisprognosen nach unten korrigiert. Goldman Sachs rechnet damit, dass Brent im restlichen Jahr 2025 im Durchschnitt bei 63 US-Dollar liegen wird, während WTI bei 59 US-Dollar erwartet wird. Für 2026 prognostiziert die Bank Durchschnittspreise von 58 US-Dollar für Brent und 55 US-Dollar für WTI. Die globale Ölnachfrage im vierten Quartal 2025 dürfte lediglich um 300.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Vorjahr steigen, wobei insbesondere bei petrochemischen Einsatzstoffen mit einer verlangsamten Nachfrage gerechnet wird.
Der Preisunterschied zwischen Brent-Kontrakten mit Fälligkeit im Dezember 2025 und Dezember 2026 hat sich ins sogenannte Contango gedreht. Dies deutet laut BMI, einem Unternehmen der Fitch Solutions, auf ein Überangebot und Nachfragesorgen hin. In einem Contango-Markt liegen die Preise für kurzfristige Lieferungen unter denen für spätere Termine, was keinen akuten Angebotsmangel signalisiert.
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Zur AktienanalyseAls Reaktion auf die Nachfrageentwicklung ist die Zahl der aktiven Öl- und Gasbohrungen in den USA laut dem Dienstleister Baker Hughes in der vergangenen Woche zum dritten Mal in Folge gesunken. Unterstützung für die Ölpreise könnte von Aussagen des US-Energieministers Chris Wright kommen, wonach die Vereinigten Staaten bereit seien, iranische Ölexporte zu stoppen, um den Druck auf Teheran im Zusammenhang mit dem Atomprogramm zu erhöhen.
Vertreter der USA und des Iran hatten am Samstag in Oman Gespräche geführt, die von beiden Seiten als „positiv“ und „konstruktiv“ bezeichnet wurden. Eine Fortsetzung der Verhandlungen ist für die kommende Woche geplant.


