Ölpreise steigen nach zurückhaltender OPEC+-Entscheidung
Geringere Förderausweitung trifft auf schwache Nachfrage und saisonale Raffineriewartungen

Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn spürbar angezogen, nachdem die Förderländer des OPEC+-Bündnisses eine geringere Produktionsausweitung für November beschlossen haben als im Vorfeld erwartet. Die Entscheidung dämpfte Sorgen über ein zu stark wachsendes Angebot und sorgte für einen Preisschub an den internationalen Märkten. Brent-Rohöl verteuerte sich um 67 Cent beziehungsweise 1 Prozent auf 65,20 Dollar je Barrel. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate stieg um 66 Cent oder 1,1 Prozent auf 61,54 Dollar je Barrel.
Der Anstieg geht maßgeblich auf die Förderpolitik der OPEC+ zurück. Die Allianz aus der Organisation Erdöl exportierender Länder, Russland und weiteren kleineren Produzenten will ihre tägliche Förderung ab November um 137.000 Barrel erhöhen. Dieses Plus entspricht exakt dem Zuwachs des Vormonats Oktober und blieb damit hinter den Erwartungen vieler Marktbeobachter zurück. Ziel der Produzentenländer ist es, den jüngsten Preisrückgang abzufedern, ohne den Markt mit zusätzlichen Mengen zu belasten.
Im Vorfeld des Treffens hatten sich unterschiedliche Positionen innerhalb der Gruppe abgezeichnet. Russland plädierte für eine Erhöhung um 137.000 Barrel pro Tag, um den Preis nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Saudi-Arabien dagegen hatte sich für eine deutlich stärkere Ausweitung ausgesprochen, um Marktanteile rascher zurückzugewinnen. Im Kompromiss einigte sich die Gruppe schließlich auf den moderaten Kurs.
Parallel dazu stehen saisonale Faktoren bevor, die den Markt beeinflussen dürften. In der Golfregion beginnt in Kürze die Wartungssaison der Raffinerien, die üblicherweise im vierten Quartal stattfindet. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die Arbeiten in diesem Jahr umfangreicher ausfallen als üblich. Dies bedeutet, dass weniger Rohöl vor Ort verarbeitet wird und mehr Mengen für den Export zur Verfügung stehen könnten. Sentosa Shipbrokers rechnet deshalb mit hohen Ausfuhrvolumina in den kommenden Monaten.
Auch Raffinerien in anderen Regionen der Welt drosseln während dieser Zeit ihre Verarbeitungskapazitäten. Experten erwarten, dass dies zu einem deutlichen Angebotsüberschuss führen könnte, was wiederum die Preise unter Druck setzen dürfte.
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Zur AktienanalyseZusätzlich belastet die Nachfrageentwicklung die Erwartungen vieler Marktteilnehmer. In den kommenden Monaten wird eine saisonale Abschwächung des Verbrauchs erwartet, während wirtschaftliche Rahmendaten wenig Impulse liefern. Analysten verweisen darauf, dass die Märkte in eine Phase des Überangebots eintreten könnten. Ohne neue Faktoren, die für steigende Preise sprechen, dürfte der Preisanstieg trotz der begrenzten Förderausweitung begrenzt bleiben.


