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Ölpreise steigen nach zwei Wochen Verlustserie

Ukraine-Krieg, US-Sanktionen und sinkende Lagerbestände treiben Märkte an

Ölpreise steigen nach zwei Wochen Verlustserie

Die Ölpreise haben am Freitag leicht zugelegt und stehen damit vor dem Ende einer zweiwöchigen Verlustserie. Grund dafür sind schwindende Hoffnungen auf eine baldige Friedenslösung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, was die Risikoprämien auf dem Ölmarkt steigen lässt. Händler kalkulieren die Unsicherheit zunehmend in ihre Preise ein, da die Erwartungen an eine schnelle diplomatische Lösung unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump schwinden.

Brent-Rohöl verteuerte sich am Freitagmorgen um 12 Cent auf 67,79 Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 13 Cent auf 63,65 Dollar kletterte. Bereits in der vorherigen Handelssitzung hatten beide Kontrakte um mehr als ein Prozent zugelegt. Auf Wochensicht ergibt sich damit für Brent ein Plus von 2,7 Prozent, für WTI ein Zuwachs von 1,1 Prozent.

Marktbeobachter sehen die zunehmende Schwierigkeit, ein Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj zustande zu bringen, als Belastungsfaktor für die Hoffnungen auf eine Waffenruhe. Analysten von ING erklärten in einer Mitteilung, dass die Hürden bei Gesprächen über mögliche Sicherheitsgarantien hoch seien. Je unwahrscheinlicher ein Waffenstillstand werde, desto größer sei auch das Risiko neuer und strengerer US-Sanktionen gegen Russland.

Parallel dazu setzten sich die Kämpfe in der Ukraine fort. Russland griff am Donnerstag Ziele nahe der EU-Grenze an, während die Ukraine meldete, eine russische Ölraffinerie getroffen zu haben. Die Auseinandersetzungen gehen damit auch dreieinhalb Jahre nach Kriegsbeginn unvermindert weiter. Unterdessen berichteten US-amerikanische und europäische Sicherheitsberater, dass neue militärische Optionen erarbeitet wurden. Diese Entwicklungen folgten auf das erste persönliche Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Russlands seit Beginn der Invasion.

Putin soll nach Angaben von Verhandlungskreisen gefordert haben, dass die Ukraine die gesamte Donbas-Region abtritt, ihre NATO-Ambitionen aufgibt und westliche Truppen aus dem Land fernhält. Trump habe hingegen zugesichert, die Ukraine unter jedem möglichen Friedensabkommen zu schützen. Präsident Selenskyj wies den Vorschlag zurück, auf international anerkanntes ukrainisches Territorium zu verzichten.

Neben den geopolitischen Faktoren stützten auch neue Daten aus den USA die Preise. Die amerikanischen Rohölbestände sanken in der Woche bis zum 15. August um sechs Millionen Barrel. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,8 Millionen Barrel gerechnet. Die Entwicklung deutet auf eine robuste Nachfrage hin.

Darüber hinaus richtet sich der Blick der Investoren auf das Notenbanktreffen im US-Bundesstaat Wyoming. Dort beraten führende Zentralbanker über die geldpolitische Ausrichtung. Eine mögliche Zinssenkung der Federal Reserve im kommenden Monat könnte das Wirtschaftswachstum fördern, die Ölnachfrage ankurbeln und die Preise zusätzlich stützen.

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