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Ölpreise steigen trotz Angebotsdruck erneut leicht

Iran-Gespräche, OPEC+ und IEA-Prognosen beeinflussen Markterwartungen weltweit

 Ölpreise steigen trotz Angebotsdruck erneut leicht

Die Ölpreise haben sich am Freitag leicht nach oben bewegt und steuern auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu. Die leichte Erholung folgt auf einen Rückgang von mehr als zwei Prozent in der vorangegangenen Handelssitzung. Brent-Rohöl stieg um 29 Cent beziehungsweise 0,5 Prozent auf 64,82 US-Dollar je Barrel. Die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 27 Cent oder 0,4 Prozent auf 61,89 US-Dollar pro Barrel.

Die jüngste Aufwärtsbewegung wurde unter anderem durch eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China begünstigt. Beide Länder, die zu den größten Ölverbrauchern der Welt zählen, einigten sich auf eine 90-tägige Pause im Handelsstreit. Während dieses Zeitraums sollen beidseitige Zölle deutlich reduziert werden. Die zuvor verhängten Strafzölle hatten bei Marktteilnehmern Sorgen über eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums und damit verbundenen Rückgang der Ölnachfrage ausgelöst.

Die Kursgewinne am Ölmarkt stehen jedoch unter dem Druck steigender Angebotsaussichten. Beide Rohölsorten hatten am Vortag deutlich nachgegeben, nachdem neue Entwicklungen im Atomstreit zwischen den USA und Iran bekannt wurden. US-Präsident Donald Trump erklärte, man stehe kurz vor einer Einigung mit Teheran, das den Bedingungen „in gewisser Weise“ zugestimmt habe. Ein mit den Gesprächen vertrauter Insider betonte jedoch, dass noch offene Fragen bestünden.

Sollte eine Einigung zustande kommen und die Sanktionen aufgehoben werden, könnte der Iran laut Einschätzungen von ING-Analysten seine Ölförderung um etwa 400.000 Barrel pro Tag erhöhen. Trotz dieser Aussichten sind Brent und WTI im Wochenverlauf jeweils um etwa 1,5 Prozent gestiegen.

Zudem wirkt sich die Entscheidung der OPEC+ aus, die freiwilligen Förderkürzungen zügiger als erwartet zurückzufahren. Auch dies trägt zur Erwartung eines steigenden Angebots bei. Die Internationale Energieagentur erhöhte am Donnerstag ihre Prognose für das weltweite Angebotswachstum im Jahr 2025 um 380.000 Barrel pro Tag. Zugleich rechnet sie mit einem Angebotsüberschuss im laufenden und kommenden Jahr, obwohl auch die globale Ölnachfrageprognose geringfügig um 20.000 Barrel pro Tag angehoben wurde.

Marktbeobachter achten zudem auf mögliche Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Eine Lockerung der Geldpolitik könnte die Wirtschaft ankurbeln und damit auch die Nachfrage nach Rohöl stärken.

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