Ölpreise steigen trotz drohender Wochenverluste
Handelsgespräche, Angebotsüberschuss und Sanktionen beeinflussen den Markt gleichzeitig

Die Ölpreise sind am Freitag zum zweiten Mal in Folge gestiegen, beflügelt durch Anzeichen einer möglichen Entspannung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Dennoch bewegte sich der Markt insgesamt auf einen wöchentlichen Rückgang zu. Die Sorte Brent verteuerte sich um 43 Cent auf 66,98 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg von 0,6 Prozent entspricht. Trotz dieses Zuwachses zeichnete sich für die Woche ein Minus von 1,4 Prozent ab. Auch der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 42 Cent auf 63,21 US-Dollar zu, verzeichnete jedoch einen Rückgang von 2,3 Prozent im Wochenverlauf.
Marktbeobachter führten die kurzfristige Preissteigerung auf eine mögliche Annäherung zwischen den USA und China in den Handelsgesprächen zurück. Zudem sorgte ein möglicher Kurswechsel der US-Notenbank für positive Impulse an den Finanzmärkten. Gleichzeitig blieben jedoch Sorgen über ein Überangebot an Rohöl bestehen. Die Nachfrageentwicklung wurde von Marktteilnehmern weiterhin als unsicher eingeschätzt, auch vor dem Hintergrund andauernder Handelsstreitigkeiten. Ein erstarkter US-Dollar trug zusätzlich zur Belastung der Ölpreise bei.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag erklärt, dass Gespräche mit China im Gange seien, womit er Aussagen aus Peking widersprach, wonach keine Verhandlungen stattfänden. Die chinesische Regierung prüfe derweil, bestimmte US-Importe von den bestehenden Strafzöllen in Höhe von 125 Prozent auszunehmen. Unternehmen wurden aufgerufen, Listen mit Produkten einzureichen, die für eine Ausnahme infrage kämen. Dieser Schritt wurde als Hinweis auf Pekings Sorge um die wirtschaftlichen Folgen des Handelskonflikts gewertet.
Die zuvor eingeführten höheren Zölle Chinas waren eine Reaktion auf Trumps Maßnahmen zur Anhebung der Abgaben auf chinesische Waren. Die daraus resultierenden Unsicherheiten führten Anfang des Monats zu einem Rückgang der Ölpreise und einem Abverkauf an den Finanzmärkten. Gleichzeitig wuchs die Sorge über ein Überangebot. Einige Mitglieder der OPEC+-Gruppe sprachen sich dafür aus, die bereits beschlossene Erhöhung der Ölproduktion im Juni ein weiteres Mal zu beschleunigen.
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Zur AktienanalyseRusslands Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich derweil zuversichtlich hinsichtlich einer möglichen Einigung mit den USA zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine. Ein Ende der Kampfhandlungen sowie eine Lockerung der Sanktionen könnten dazu führen, dass mehr russisches Öl den Weltmarkt erreicht. Auch der Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft in Bezug auf sein Atomprogramm. Eine Einigung mit den USA und Europa könnte zu einer Aufhebung der Sanktionen gegen iranische Ölexporte führen.


