Ölpreise steigen trotz leichter Verluste weiter
US-Sanktionen und OPEC+-Pläne deuten auf Angebotsverknappung hin

Die Ölpreise haben am Freitag leicht nachgegeben, steuerten jedoch auf den zweiten wöchentlichen Anstieg in Folge zu. Grund dafür sind neue US-Sanktionen gegen den Iran sowie die aktualisierten Produktionspläne der OPEC+-Gruppe, die auf eine Verknappung des Angebots hindeuten. Der Preis für Brent-Rohöl-Futures sank um 27 Cent oder 0,4 Prozent auf 71,73 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 22 Cent oder 0,3 Prozent auf 67,85 US-Dollar pro Barrel.
Im Wochenvergleich zeichnete sich für Brent ein Anstieg um 1,5 Prozent und für WTI ein Plus von knapp 1 Prozent ab. Dies wären die stärksten Wochengewinne seit der ersten Januarwoche. Die neuen Sanktionen des US-Finanzministeriums wurden am Donnerstag bekannt gegeben. Sie richten sich gegen mehrere Unternehmen und Schiffe, die iranisches Rohöl nach China liefern. Erstmals wurde dabei auch ein unabhängiger chinesischer Raffineriebetrieb direkt ins Visier genommen.
Die Ankündigung der Sanktionen erfolgte im Rahmen der vierten Sanktionsrunde gegen Iran seit der Erklärung von US-Präsident Donald Trump im Februar, den Druck auf Teheran zu maximieren und die iranischen Ölexporte auf null zu senken. Analysten der ANZ Bank erwarten, dass die verschärften Maßnahmen zu einem Rückgang der iranischen Rohölexporte um eine Million Barrel pro Tag führen könnten. Das Analyseunternehmen Kpler hatte im Februar die iranischen Exporte auf über 1,8 Millionen Barrel pro Tag geschätzt.
Zusätzlich zu den Sanktionen stützten die jüngsten Pläne der OPEC+ den Ölpreis. Sieben Mitgliedstaaten sollen ihre Produktion weiter kürzen, um frühere Überproduktionen auszugleichen. Die geplanten monatlichen Reduzierungen liegen zwischen 189.000 und 435.000 Barrel pro Tag und sollen bis Juni 2026 gelten. Gleichzeitig hatte die OPEC+ im März bestätigt, dass acht Mitgliedsländer ab April eine monatliche Produktionssteigerung um 138.000 Barrel vornehmen wollen. Diese Maßnahme stellt eine teilweise Rücknahme der seit 2022 vereinbarten Kürzungen von insgesamt 5,85 Millionen Barrel pro Tag dar.
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Zur AktienanalyseAllerdings äußerten Analysten von ING Zweifel an der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen, da einige Länder wiederholt über ihren Zielwerten produziert haben. Besonders Kasachstan hat seine Ölproduktion im März durch die Ausweitung von Förderanlagen auf ein Rekordhoch gesteigert und damit die vereinbarten Quoten erneut überschritten.


