Ölpreise steigen trotz neuer US-Zollandrohungen
Handelskonflikte, Sanktionen und geopolitische Spannungen beeinflussen die Marktentwicklung

Die Ölpreise sind am Montag gestiegen, während Investoren die Auswirkungen der neuesten Zollankündigung des US-Präsidenten Donald Trump abwägen. Trump plant, einen Zoll von 25 Prozent auf alle Stahl- und Aluminiumimporte in die USA zu erheben, was die globale wirtschaftliche Entwicklung und damit die Energienachfrage belasten könnte. Die Futures für Brent-Rohöl stiegen um 51 Cent oder 0,7 Prozent auf 75,17 US-Dollar pro Barrel, während das US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI) um 45 Cent oder 0,6 Prozent auf 71,45 US-Dollar pro Barrel zulegte. Trotz dieses Anstiegs verzeichnete der Markt in der vergangenen Woche den dritten wöchentlichen Rückgang in Folge, da Befürchtungen über einen globalen Handelskonflikt die Stimmung drückten.
Trump hatte erst vor einer Woche Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China angekündigt, diese jedoch für die Nachbarländer kurz darauf ausgesetzt. Analysten wie Tony Sycamore von IG in Sydney gehen davon aus, dass der Markt inzwischen realisiert hat, dass solche Zollmeldungen in den kommenden Wochen und Monaten häufiger auftreten könnten. Dies führe dazu, dass Investoren weniger empfindlich auf jede einzelne Ankündigung reagieren. Es bestehe sowohl die Möglichkeit, dass angekündigte Zölle zurückgenommen als auch verschärft werden, was die Unsicherheit am Markt verstärkt.
Parallel dazu treten am Montag Chinas Vergeltungszölle auf bestimmte US-Exporte in Kraft, während es keine Anzeichen für Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen Peking und Washington gibt. Öl- und Gasunternehmen bemühen sich derzeit um Ausnahmeregelungen für US-Exporte von Rohöl und verflüssigtem Erdgas nach China. Unterdessen gab Trump bekannt, dass die USA Fortschritte in den Gesprächen mit Russland zur Beendigung des Ukraine-Kriegs machen, ohne jedoch Details zu den Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin zu nennen.
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Zur AktienanalyseDie am 10. Januar verhängten Sanktionen gegen den russischen Ölhandel haben Moskaus Lieferungen an wichtige Abnehmer wie China und Indien beeinträchtigt. Zudem hat Washington den Druck auf den Iran erhöht, indem neue Sanktionen gegen Personen und Tanker verhängt wurden, die große Mengen iranischen Rohöls nach China transportieren. Laut Analysten von Citi könnten diese Sanktionen sowie das Scheitern eines neuen Atomabkommens die Ölpreise weiter stützen, obwohl Trumps Politik darauf abzielt, die Energiepreise zu senken. Citi prognostiziert, dass der Brent-Preis in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 zwischen 60 und 65 US-Dollar pro Barrel liegen wird, da Trumps anhaltende Bemühungen um niedrigere Energiepreise den Markt letztlich belasten könnten.


