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Ölpreise steigen wegen russischer Exportkürzungen

Ukrainische Angriffe, NATO-Warnungen und US-Daten treiben Märkte zusätzlich an

Ölpreise steigen wegen russischer Exportkürzungen

Die Ölpreise haben am Freitag leicht zugelegt und steuern auf den größten Wochenanstieg seit drei Monaten zu. Ausschlaggebend dafür sind Angriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur, die Moskau zu Einschränkungen bei den Treibstoffexporten veranlassten und Russland zugleich nahe an eine Reduzierung der Rohölförderung brachten. Brent-Futures verteuerten sich um 21 Cent beziehungsweise 0,3 Prozent auf 69,63 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gewann 32 Cent oder 0,5 Prozent auf 65,30 Dollar je Barrel hinzu. Insgesamt zeichnet sich damit für beide Referenzsorten ein Wochenplus von über vier Prozent ab.

Analysten verweisen auf die Kombination mehrerer Faktoren, die den Markt stützen. Neben den ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ölanlagen spielt die Ankündigung Moskaus, zentrale Diesel- und Benzinexporte einzuschränken, eine Rolle. Nach Angaben von Vizepremier Alexander Nowak gilt für Diesel ein teilweises Exportverbot bis zum Jahresende, während das bisherige Verbot für Benzinlieferungen verlängert wird. Zugleich leidet Russland unter einem Rückgang seiner Raffineriekapazitäten, was die Regierung nach Angaben aus dem Energiesektor in die Nähe einer Senkung der Rohölförderung bringt. Mehrere Regionen im Land verzeichnen bereits Engpässe bei bestimmten Treibstoffsorten.

Die geopolitischen Spannungen verstärken die Bewegung zusätzlich. Die NATO hat Russland vor weiteren Verletzungen ihres Luftraums gewarnt und eine mögliche Reaktion angekündigt. Experten zufolge könnte dies auch neue Sanktionen gegen die russische Ölindustrie nach sich ziehen. Vergleichbare Kursgewinne hatten Brent und WTI zuletzt Mitte Juni verzeichnet, als sich Israel und Iran gegenseitig mit Luftangriffen belegten und die Preise zweistellig anzogen.

Auch die Entwicklung in den Vereinigten Staaten trägt zur Preisbewegung bei. Ein unerwarteter Rückgang der US-Rohölbestände hatte die Notierungen im Wochenverlauf bereits gestützt. Gleichzeitig veröffentlichte das Handelsministerium in Washington am Donnerstag eine aufwärtsrevidierte Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für das vergangene Quartal, das nun mit einer annualisierten Rate von 3,8 Prozent ausgewiesen wird. Die soliden Konjunkturdaten könnten allerdings zur Folge haben, dass die US-Notenbank vorsichtiger bei weiteren Zinssenkungen agiert. Erst in der Vorwoche hatte die Federal Reserve ihren Leitzins um 25 Basispunkte reduziert und weitere Schritte signalisiert.

Dämpfend wirkte die Nachricht aus dem Irak. Die Autonomieregierung in Kurdistan kündigte an, die seit Monaten blockierten Ölexporte innerhalb von 48 Stunden wiederaufzunehmen. Beobachter gehen davon aus, dass dadurch bis zu 500.000 Barrel pro Tag zusätzlich auf den Weltmarkt gelangen könnten. Laut Einschätzung von Marktanalysten wurden die zuvor belasteten Preise durch diese Meldung zwar zunächst gedrückt, doch die geopolitische Lage ließ die Notierungen anschließend wieder steigen.

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