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Ölpreise stürzen ab in fünf Tagen

Handelskrieg, Rezessionsangst und sinkende Nachfrage treffen auch Metalle und Agrarrohstoffe

 Ölpreise stürzen ab in fünf Tagen

Die Preise für Rohöl sind in den vergangenen fünf Handelstagen so stark gefallen wie seit März 2022 nicht mehr. Der jüngste Rückgang führte Ölpreise auf den tiefsten Stand seit über vier Jahren. Grund für den Preisverfall sind zunehmende Spannungen im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Befürchtungen über eine drohende globale Rezession belasten zusätzlich die Märkte.

Auch andere Rohstoffe verzeichneten erhebliche Verluste. Die Preise für Industriemetalle wie Kupfer und Eisenerz fielen deutlich. Kupfer verlor an der London Metal Exchange rund ein Prozent und verzeichnete damit den fünften Rückgang in Folge – die längste Verlustserie seit März 2020. An der Shanghai Futures Exchange erreichte Kupfer ein Achtmonatstief, während Eisenerz an der Dalian Commodity Exchange um drei Prozent nachgab.

Die US-Regierung kündigte an, neue Zölle auf chinesische Importe bereits kurz nach Mitternacht in Kraft zu setzen. Diese Maßnahme folgt auf die Entscheidung von Präsident Donald Trump, einen Zollsatz von 104 Prozent auf chinesische Produkte zu verhängen. China reagierte darauf mit der Ankündigung, ab dem 10. April ebenfalls einen Strafzoll von 34 Prozent auf sämtliche US-Waren zu erheben.

Im Ölmarkt schüren diese Entwicklungen Sorgen über eine nachlassende Nachfrage. Analysten sehen in Chinas aggressiver Reaktion ein Zeichen dafür, dass eine rasche Einigung im Handelsstreit unwahrscheinlich ist. Der erwartete Anstieg der chinesischen Ölnachfrage um bis zu 100.000 Barrel pro Tag könnte gefährdet sein, falls der Konflikt weiter eskaliert. Ein konjunkturelles Stimuluspaket könnte jedoch einen Teil der negativen Effekte abfedern.

Auch andere Agrarrohstoffe gerieten unter Druck. Die Futures für Palmöl in Malaysia verloren über ein Prozent, während der Preis für Naturkautschuk auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr fiel. Gleichzeitig legten jedoch die Sojabohnen-Futures in Chicago zum dritten Mal in Folge zu. Ausschlaggebend hierfür waren höhere Preise in Brasilien und ein schwächerer US-Dollar.

Die Märkte reagierten insgesamt nervös auf die jüngsten Entwicklungen. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen leicht an, während Goldpreise unter Druck gerieten. Anleger beobachteten die weitere Eskalation des Handelskonflikts mit wachsender Sorge.

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