Ölpreise stürzen auf Dreijahrestief
Handelskrieg, Rezessionsangst und OPEC-Strategiewechsel belasten die Märkte zusätzlich

Die Ölpreise sind zu Beginn der Woche weiter gesunken, nachdem bereits in der Vorwoche deutliche Verluste verzeichnet worden waren. Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel um 2,54 US-Dollar beziehungsweise 3,9 Prozent auf 63,04 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für das US-Öl West Texas Intermediate (WTI) sank um 2,50 US-Dollar oder 4,03 Prozent auf 59,49 US-Dollar. Beide Referenzsorten erreichten damit den niedrigsten Stand seit April 2021.
Bereits am Freitag waren die Ölpreise um rund sieben Prozent eingebrochen. Hintergrund ist die Zuspitzung des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China. China hatte am Freitag angekündigt, zusätzliche Zölle in Höhe von 34 Prozent auf US-Waren zu erheben. Dies schürte Befürchtungen unter Anlegern, dass sich der Konflikt zu einem umfassenden globalen Handelskrieg ausweiten und damit eine weltweite Rezession auslösen könnte.
In der vergangenen Woche verzeichnete Brent einen Rückgang von 10,9 Prozent, während WTI um 10,6 Prozent nachgab. Analysten sehen derzeit wenig Hoffnung auf eine Stabilisierung der Märkte, solange die Unsicherheit über die Handelsbeziehungen anhält. Auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump könnten maßgeblich dazu beitragen, die gegenwärtige Panik an den Märkten zu bremsen oder weiter zu verstärken.
Trotz der zunehmenden Spannungen wurden Importe von Öl, Gas und raffinierten Produkten zunächst von den neuen US-Zöllen ausgenommen. Dennoch rechnen Beobachter mit negativen wirtschaftlichen Auswirkungen durch die handelspolitischen Maßnahmen, etwa in Form von Inflation, verlangsamtem Wachstum und zunehmenden Handelskonflikten. Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, bezeichnete die neuen Zölle als größer als erwartet und prognostizierte ebenfalls eine stärkere ökonomische Belastung.
Zusätzlich gerieten die Ölpreise unter Druck, nachdem die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Verbündeten (OPEC+) beschlossen hatten, ihre Produktionssteigerungen zu beschleunigen. Im Mai sollen demnach 411.000 Barrel pro Tag zusätzlich auf den Markt gebracht werden – deutlich mehr als die ursprünglich geplanten 135.000 Barrel. Die Minister der OPEC+ betonten am Wochenende die Notwendigkeit, die Förderziele strikt einzuhalten, und forderten überproduzierende Länder auf, bis zum 15. April entsprechende Ausgleichspläne vorzulegen.
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Zur AktienanalyseParallel dazu verschärften sich auch geopolitische Spannungen. Der Iran wies US-Forderungen nach direkten Atomverhandlungen zurück. Russland meldete die Einnahme von Basivka in der ukrainischen Region Sumy und berichtete von Angriffen auf weitere nahegelegene Ortschaften.


