Ölpreise unter Druck durch Trumps Zollpolitik
Unsicherheit über Handelszölle und steigende US-Produktion belastet die Märkte

Die Preise für Rohöl blieben am Donnerstag nahezu unverändert und hielten damit fast alle Verluste der vorherigen Handelssitzung. Die Unsicherheit über die Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Zölle sowie seiner Energiepolitik auf das globale Wirtschaftswachstum und die Energienachfrage belastete die Märkte weiterhin.
Die Brent-Rohöl-Futures stiegen bis 13:15 Uhr GMT um 18 Cent auf 79,18 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 14 Cent auf 75,58 US-Dollar zu. Laut Priyanka Sachdeva, Senior Market Analyst bei der Maklerfirma Phillip Nova, haben die Ölmärkte aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren einige ihrer jüngsten Gewinne wieder abgegeben. Wichtige Faktoren seien die Erwartung einer erhöhten US-Produktion unter Präsident Trumps pro-Bohrpolitik sowie die Entspannung geopolitischer Spannungen in Gaza, die die Sorgen über weitere Angebotsstörungen in wichtigen Förderregionen verringerten. Zudem könnten die wirtschaftlichen Folgen der US-Zölle das globale Öl-Nachfragewachstum weiter dämpfen.
Trump kündigte an, neue Zölle als Teil seiner Sanktionsdrohungen gegen Russland zu verhängen, falls das Land keinen Deal zur Beendigung des Krieges in der Ukraine abschließe. Darüber hinaus drohte er mit Zöllen gegen die Europäische Union und plante 25-prozentige Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko. Gegenüber China erklärte er, dass seine Regierung eine zehnprozentige Strafabgabe diskutiere, da Fentanyl aus China in die USA geliefert werde. Zusätzlich erklärte Trump am Montag den nationalen Energie-Notstand, um sich die Befugnis zu sichern, Umweltauflagen für Energieinfrastrukturprojekte zu lockern und Genehmigungsverfahren für neue Übertragungs- und Pipeline-Infrastrukturen zu erleichtern.
Laut Kelvin Wong, Senior Market Analyst bei OANDA, könnte es kurzfristig zu einer weiteren unbeständigen Abwärtsbewegung auf dem Ölmarkt kommen, da die Trump-Regierung keine klare Linie in ihrer Handelspolitik erkennen lasse und gleichzeitig ein höheres Ölangebot aus den USA erwartet werde. Dies erhöhe die Unsicherheit an den Märkten.
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Zur AktienanalyseAuf der Angebotsseite stiegen die US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 17. Januar um 958.000 Barrel, wie aus Zahlen des American Petroleum Institute hervorgeht. Die Benzinbestände erhöhten sich um 3,23 Millionen Barrel, während die Destillatvorräte um 1,88 Millionen Barrel zunahmen. Diese Entwicklungen verstärken den Druck auf die Ölpreise und könnten in den kommenden Wochen weiterhin für Volatilität sorgen.


