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Oklahoma bekommt erste US-Aluminiumhütte seit 45 Jahren

Inola, Oklahoma, wird Standort einer milliardenschweren Aluminiumhütte – ein historisches Industrieprojekt für die USA.

Oklahoma bekommt erste US-Aluminiumhütte seit 45 Jahren

Die kleine Präriestadt Inola im US-Bundesstaat Oklahoma, bisher vor allem als „Heu-Hauptstadt der Welt" bekannt, steht vor einem gewaltigen industriellen Wandel. Emirates Global Aluminium (EGA) und das Chicagoer Unternehmen Century Aluminum haben die Stadt östlich von Tulsa als Standort für die erste neue Aluminiumhütte in den Vereinigten Staaten seit dem Jahr 1980 ausgewählt. Das Projekt markiert damit einen historischen Einschnitt in der amerikanischen Aluminiumindustrie.

Die geplanten Baukosten für die neue Hütte belaufen sich auf mehr als vier Milliarden US-Dollar. Der Baubeginn ist für Ende des laufenden Jahres vorgesehen. Nach der Fertigstellung sollen rund 1.000 Mitarbeiter an dem Standort beschäftigt sein – eine bedeutende Zahl für eine Region, die von der Landwirtschaft geprägt ist.

Ein halbes Jahrhundert ohne neue Aluminiumhütte in den USA

Dass seit 1980 keine neue Aluminiumhütte mehr in den USA gebaut wurde, verdeutlicht, wie außergewöhnlich dieses Vorhaben ist. Die amerikanische Aluminiumindustrie hatte in den vergangenen Jahrzehnten mit hohen Energiekosten und internationaler Konkurrenz zu kämpfen, was Neuinvestitionen in diesem Bereich nahezu zum Erliegen brachte. Aluminium ist ein energieintensiver Werkstoff – seine Herstellung erfordert enorme Mengen an Strom, weshalb die Standortwahl stets eng mit der Verfügbarkeit günstiger Energie verknüpft ist.

Oklahoma bietet in diesem Zusammenhang offenbar attraktive Rahmenbedingungen, die den Ausschlag für die Standortentscheidung gegeben haben. Die Region östlich von Tulsa verfügt über Infrastruktur und Ressourcen, die für ein Projekt dieser Größenordnung geeignet erscheinen.

Zwei Schwergewichte der Aluminiumindustrie als Partner

Hinter dem Projekt stehen zwei namhafte Akteure: Emirates Global Aluminium ist eines der größten Aluminiumunternehmen weltweit und hat seinen Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Century Aluminum, börsennotiert unter dem Ticker CENX, ist ein etablierter US-amerikanischer Aluminiumproduzent mit Hauptsitz in Chicago. Die Partnerschaft vereint internationales Know-how mit lokaler Marktkenntnis.

Für die amerikanische Industrie- und Rohstoffpolitik hat das Projekt eine symbolische wie auch wirtschaftliche Bedeutung. Die USA sind auf Aluminium als Grundstoff für zahlreiche Branchen angewiesen – von der Luft- und Raumfahrt über den Automobilbau bis hin zur Verpackungsindustrie. Eine heimische Produktionskapazität dieser Größenordnung könnte die Abhängigkeit von Importen spürbar reduzieren.

Inola selbst dürfte durch das Projekt eine tiefgreifende Transformation erleben. Rund 1.000 direkte Arbeitsplätze bedeuten für eine Kleinstadt in der Prärie einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls – sowohl durch die Beschäftigung selbst als auch durch die damit verbundene Nachfrage nach lokalen Dienstleistungen und Infrastruktur. Die „Heu-Hauptstadt der Welt" könnte tatsächlich schon bald als Amerikas neues Aluminium-Epizentrum bekannt sein.

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