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Ölfelddienstleister-Aktien: Venezuela-Chance nur ein Bonus

SLB und Halliburton profitieren von Venezuela-Hoffnungen, doch die Branche steht vor strukturellen Herausforderungen. Während die Aktien deutlich zulegen, warnen Experten vor gedämpften Ölpreisen.

Ölfelddienstleister-Aktien: Venezuela-Chance nur ein Bonus

Die Aussicht auf politische Veränderungen in Venezuela hat den Aktienkursen großer Ölfelddienstleister kräftigen Auftrieb verliehen. SLB legte seit der Maduro-Krise um 21 Prozent zu, Halliburton um 13 Prozent – deutlich mehr als der Öl- und Gassektor insgesamt mit 6,8 Prozent. Doch Branchenkenner warnen: Die Venezuela-Fantasie allein rechtfertigt die Kursgewinne nicht.

Schwaches Umfeld in Nordamerika

Die Realität sieht weniger rosig aus. Halliburton meldete für 2025 einen Umsatzrückgang von 6 Prozent in Nordamerika und erwartet für 2026 einen weiteren Rückgang im oberen einstelligen Prozentbereich. Besonders die US-Schieferölproduzenten, wichtige Kunden des Unternehmens, leiden unter den niedrigen Ölpreisen. CEO Jeff Miller bezeichnete 2026 als "Jahr der Neuausrichtung", in dem der Markt überschüssiges Ölangebot absorbieren müsse.

Trotz der ernüchternden Prognose übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street, was die Aktie am Mittwoch um 4 Prozent steigen ließ. Im internationalen Geschäft zeigt sich Halliburton etwas optimistischer: Hier rechnet das Unternehmen mit stagnierendem bis leicht steigendem Umsatz.

Venezuela als Wachstumschance

Die mögliche Öffnung Venezuelas für US-Unternehmen sorgt für Aufbruchstimmung. Miller berichtete, sein Telefon stehe "nicht still" vor Anfragen von Kunden, die in Venezuela bohren wollen. Das südamerikanische Land verfügt über bedeutende Ölreserven, die jahrelang kaum erschlossen wurden.

SLB hat dabei einen Startvorteil: Das Unternehmen ist bereits als Dienstleister für Chevron in Venezuela aktiv – dem einzigen großen US-Ölkonzern vor Ort. Halliburton konterte jedoch, die eigene Ausrüstung sehr schnell nach Venezuela bringen zu können, sobald die entsprechenden Lizenzen vorliegen.

Strukturelle Herausforderungen bleiben

Die fundamentalen Probleme der Branche löst Venezuela nicht. Die Ölpreise verharren auf relativ niedrigem Niveau, und Experten erwarten keine baldige Trendwende. Für Ölfelddienstleister bedeutet dies anhaltenden Margendruck, besonders im preissensitiven Schieferölgeschäft.

Anleger sollten die Venezuela-Euphorie daher mit Vorsicht genießen. Während die politischen Entwicklungen zusätzliches Potenzial bieten, hängt der langfristige Erfolg der Ölfelddienstleister von der globalen Ölnachfrage und der Investitionsbereitschaft der Produzenten ab – Faktoren, die derzeit eher Zurückhaltung signalisieren.

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