Ölpreis bricht um 6% ein nach Trumps Iran-Kehrtwende
Trump sagt Militärschlag gegen Iran ab und kündigt neue Verhandlungen an – Ölpreise stürzen auf Drei-Wochen-Tief.

Die Ölpreise sind am Montag im asiatischen Handel massiv unter Druck geraten. Brent-Rohöl fiel um 5,7% auf 82,94 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl sogar um 6,5% auf 79,16 US-Dollar nachgab. Damit erreichten beide Kontrakte den niedrigsten Stand seit drei Wochen.
Auslöser des Kursrutsches war eine überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Er erklärte am späten Samstag, einen massiven geplanten Militärschlag gegen den Iran abgesagt zu haben – nachdem Teheran und mehrere nahöstliche Länder um Zeit für Verhandlungen gebeten hatten. Für den späteren Tagesverlauf kündigte Trump die Wiederaufnahme der Gespräche an.
In einem Post auf seiner Plattform Truth Social skizzierte Trump die Bedingungen eines möglichen Abkommens: „Dieses (Abkommen) würde die sofortige, vollständige und totale ÖFFNUNG DER STRASSE VON HORMUS sowie ein Ende der nuklearen Bedrohung durch den Iran beinhalten." Gleichzeitig betonte er, dass die USA weiterhin bereit seien, den Iran militärisch anzugreifen, sollte die Diplomatie scheitern.
Eskalation hatte Ölpreis kurzzeitig über 90 Dollar getrieben
In der Vorwoche hatten geopolitische Spannungen die Ölpreise noch kräftig angeheizt. Vom Iran unterstützte Gruppen starteten Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen. Zudem trafen Angriffe Schiffe für Erdgas im ägyptischen Hafen von Damietta und gefährdeten Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus sowie im Roten Meer. Diese Entwicklungen schürten Befürchtungen über weitreichende Störungen der regionalen Energieinfrastruktur und trieben den Brent-Preis kurzzeitig über die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel.
Trotz der jüngsten Verluste verzeichneten beide Ölkontrakte im Juli ein monatliches Plus von mehr als 20%. In der vergangenen Woche hatten sie allerdings bereits mehr als 5% nachgegeben – ein Zeichen, dass die Märkte die geopolitische Risikoprämie zunehmend abbauten.
OPEC+ erhöht Produktion und verstärkt den Preisdruck
Den Rückgang der Rohölpreise verstärkte zusätzlich eine Entscheidung der OPEC+. Die Produzentengruppe beschloss am Sonntag, die Produktionsquoten ab September um rund 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Damit schließt sie die schrittweise Rücknahme freiwilliger Produktionskürzungen ab, die 2023 eingeführt worden waren.
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Zur AktienanalyseFrühere Quotenerhöhungen hatten aufgrund von Lieferunterbrechungen in Iran, Russland und Kasachstan kaum Wirkung gezeigt. Der jüngste Schritt der OPEC+ signalisiert jedoch, dass die Gruppe entschlossen ist, die Produktion weiter hochzufahren – insbesondere da die geopolitischen Risiken Anzeichen einer Entspannung zeigen.
Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Lage volatil. Die Kombination aus diplomatischer Annäherung zwischen den USA und dem Iran sowie steigender OPEC+-Produktion lastet erheblich auf den Ölpreisen. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Verhandlungen tatsächlich zu einem belastbaren Abkommen führen – oder ob die geopolitischen Spannungen erneut aufflammen.


