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Ölpreis hält Gewinne: Iran und USA verhandeln über Straße von Hormus

Brent notiert über 73 Dollar, doch der stärkste Quartalsrückgang seit 2020 belastet den Markt erheblich.

Ölpreis hält Gewinne: Iran und USA verhandeln über Straße von Hormus

Der Ölpreis hält sich trotz eines turbulenten Quartals im positiven Bereich. Der aktiver gehandelte September-Kontrakt für die Sorte Brent notierte zuletzt über 73 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig steuert der Markt auf den stärksten Quartalsrückgang seit der Corona-Pandemie zu – die Frontmonats-Futures brachen in diesem Quartal um fast ein Drittel ein.

West Texas Intermediate (WTI), die US-amerikanische Rohölsorte, lag zuletzt nahe der Marke von 70 US-Dollar. Hintergrund der jüngsten Marktbewegungen sind Fortschritte bei einem möglichen Friedensabkommen, das die Warenströme durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus wieder beschleunigt hat. Die Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel.

Straße von Hormus im Fokus der Märkte

Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Energiemarkt von zentraler Bedeutung. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des global gehandelten Rohöls, vor allem aus den Golfstaaten. Jede Störung dieser Route hat unmittelbare Auswirkungen auf die Ölpreise weltweit – und umgekehrt sorgen Entspannungssignale für Druck auf die Notierungen.

Im Zuge der Gespräche zwischen dem Iran und den USA über die Kontrolle der Wasserstraße haben sich die Warenströme durch die Meerenge bereits wieder belebt. Dies erhöht das verfügbare Angebot auf dem Weltmarkt und belastet die Preise. Der Markt reagiert damit auf die Erwartung, dass mehr Öl aus der Region in den globalen Handel fließen könnte.

Morgan Stanley warnt vor Überangebot

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat ihre Preisprognosen für eine physische Rohöl-Benchmark für das kommende Quartal um ein Sechstel gesenkt. Die Analysten der Wall-Street-Bank warnen dabei vor einem potenziellen Überangebot auf dem Markt. Laut Morgan Stanley würde bereits eine Erholung der Ströme durch die Straße von Hormus auf etwa 65 Prozent des Niveaus vor dem Konflikt ausreichen, um ein Überangebot zu erzeugen.

Diese Einschätzung verdeutlicht, wie sensibel der Ölmarkt derzeit auf geopolitische Entwicklungen reagiert. Selbst eine nur teilweise Normalisierung der Handelsströme durch die Meerenge könnte demnach ausreichen, um das globale Angebot spürbar zu erhöhen und die Preise weiter unter Druck zu setzen.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher sind diese Entwicklungen von besonderer Relevanz. Deutschland ist als Industrienation stark von Energieimporten abhängig, und Schwankungen beim Rohölpreis wirken sich direkt auf Kraftstoffpreise, Heizkosten und die Produktionskosten der heimischen Industrie aus. Ein anhaltend niedrigerer Ölpreis könnte einerseits Entlastung bringen, andererseits aber auch Investitionen in den Energiesektor bremsen.

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