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Ölpreis klettert auf $87 nach US-Angriffen auf den Iran

Brent-Rohöl erreicht höchsten Stand seit Juni – US-Blockade iranischer Häfen und Straße von Hormus verschärft die Lage.

Ölpreis klettert auf $87 nach US-Angriffen auf den Iran

Der Rohölpreis setzt seinen Aufwärtstrend fort und erreicht neue Höchststände. Die internationale Referenzsorte Brent stieg am Dienstag den zweiten Tag in Folge auf über 87 US-Dollar pro Barrel – der höchste Stand seit Juni. Auch US-Rohöl legte deutlich zu und stieg gegenüber Montag um 4% auf mehr als 81 US-Dollar pro Barrel.

Seit Handelsbeginn am Sonntagabend hat sich der Preisanstieg erheblich beschleunigt. Brent-Öl verteuerte sich in diesem Zeitraum um mehr als 15%, US-Rohöl um mehr als 12%. Auslöser sind neue US-Militärangriffe auf den Iran sowie eine drohende Seeblockade in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus.

US-Militär greift iranische Häfen an

Das US-Zentralkommando führte über Nacht fünf Stunden lang Angriffe auf militärische Ziele im Iran durch. „US-Streitkräfte haben erfolgreich militärische Ziele im gesamten Iran angegriffen, darunter Buschehr, Tschahbahar, Jask, Konarak, Abu Musa und Bandar Abbas, um die Fähigkeit des Irans zu Angriffen auf die Handelsschifffahrt weiter zu schwächen", teilte das US-Militär in einer Erklärung auf der Plattform X mit.

Wenige Stunden nach den Angriffen trat um 16:00 Uhr ET (00:30 Uhr Mittwoch Teheran-Zeit) eine US-Seeblockade gegen die iranische Küste, iranische Häfen sowie alle mit dem Iran in Verbindung stehenden Schiffe in der Straße von Hormus in Kraft. Die Rohstoffanalysten der ING bewerten dies als besonders schwerwiegend: „Die Rückkehr der US-Blockade ist für die Märkte weitaus folgenreicher als die vorangegangene Aussetzung der Ausnahmeregelung für Sanktionen gegen iranisches Öl."

Die ING-Analysten wiesen zudem darauf hin, dass das Mitte Juni zwischen der Trump-Administration und dem Iran unterzeichnete Memorandum of Understanding, das die Kampfphase des Konflikts beenden sollte, nun offenbar gescheitert ist. „Die Absichtserklärung scheint nun endgültig gescheitert zu sein", schrieben sie in ihrem Kommentar.

Schiffsverkehr durch Straße von Hormus bricht ein

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Öltransport von zentraler Bedeutung. Der kommerzielle Schiffsverkehr durch die Meerenge ist als Reaktion auf die erneuten Kämpfe deutlich zurückgegangen. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten am Freitag noch 19 Schiffe die Wasserstraße, am Samstag stieg die Zahl auf 24 – bis Montag sank sie jedoch um mehr als die Hälfte auf nur noch 10 Schiffe.

„Die USA betonen weiterhin, dass die Straße von Hormus offen ist", so die ING-Analysten. „Angesichts des wachsenden Angriffsrisikos werden diese Äußerungen den Schiffen jedoch kaum Trost bieten. Dies spiegelt sich in den Schiffsverfolgungsdaten wider, die zeigen, dass die Schiffspassagen gestern auf ein Minimum zurückgegangen sind."

Trumps geplante Schutzgebühr sorgt für Empörung

Zusätzliche Unsicherheit entstand durch eine Ankündigung von Präsident Donald Trump: Die USA würden eine „Erstattung" für den Schutz von Schiffen in der Meerenge anstreben – in Höhe von „20% auf alle verschifften Waren". Die ING-Analysten bezifferten die Auswirkungen konkret: Eine Gebühr von 20% auf einen Very Large Crude Carrier, der 2 Millionen Barrel zu 80 US-Dollar pro Barrel transportiert, würde etwa 32 Millionen US-Dollar oder zusätzliche Kosten von 16 US-Dollar pro Barrel bedeuten – „deutlich über dem Zoll von 1 US-Dollar pro Barrel, den der Iran gefordert hat."

Internationale Institutionen und Reedereien reagierten mit scharfer Kritik. Arsenio Dominguez, Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), erklärte: „Es gibt keine Rechtsgrundlage für die Einführung obligatorischer Gebühren allein für die Durchfahrt durch eine Meerenge." Die Großreederei Hapag-Lloyd schloss sich dieser Einschätzung an und erklärte gegenüber NBC News: „Es wäre grundlegend falsch, Gebühren für die Durchfahrt durch internationale Gewässer zu erheben."

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