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Ölpreis-Prognose 2026: Brent-Rohöl fällt auf 65 Dollar

Analysten von Bernstein erwarten für 2026 einen durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 65 Dollar pro Barrel. Der Rückgang wird durch ein Überangebot getrieben, da die Produktion schneller wächst als die Nachfrage.

Ölpreis-Prognose 2026: Brent-Rohöl fällt auf 65 Dollar

Die Ölpreise stehen 2026 vor einem weiteren Rückgang, bevor sich der Markt stabilisiert. Analysten von Bernstein prognostizieren für Brent-Rohöl einen Durchschnittspreis von 65 Dollar pro Barrel – ein Rückgang gegenüber etwa 69 Dollar im Jahr 2025. Damit liegt die Prognose jedoch über dem Marktkonsens von 61 Dollar.

Angebot übertrifft Nachfrage deutlich

Das zentrale Problem bleibt das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Bernstein rechnet mit einem Wachstum der globalen Ölnachfrage von nur 0,8 Millionen Barrel pro Tag, während die Nicht-OPEC-Produktion um 1,2 Millionen Barrel täglich steigt. Zusätzlich wird die OPEC voraussichtlich 0,5 Millionen Barrel pro Tag mehr auf den Markt bringen.

Dieses Überangebot wird besonders in der ersten Jahreshälfte 2026 zu einem Lageraufbau und Preisdruck führen. Die Abwärtsrisiken sind zu Jahresbeginn am höchsten, während sich die Marktbedingungen in der zweiten Jahreshälfte verbessern dürften.

China als Hoffnungsträger

Chinas Käufe für seine strategische Erdölreserve könnten einen Teil des Überangebots absorbieren. Allerdings reicht dies nach Einschätzung der Analysten nicht aus, um den Lageraufbau vollständig zu verhindern. Die freie Kapazität ist auf etwa 3,5 Prozent gestiegen und liegt damit nahe dem historischen Durchschnitt.

Tiefpunkt des Zyklus erreicht

Bernstein sieht 2026 als den Tiefpunkt des aktuellen Preiszyklus. Für 2027 erwarten die Analysten eine Erholung in Richtung 70 Dollar pro Barrel, was nahe den Grenzkosten der Produktion liegt. Preise unterhalb dieser Schwelle drosseln typischerweise Reinvestitionen und unterstützen eine spätere Erholung.

Venezuela als Unsicherheitsfaktor

Ein wichtiger Risikofaktor bleibt die politische Entwicklung in Venezuela. Ein reibungsloser politischer Übergang könnte die Produktion im nächsten Jahrzehnt um bis zu 3 Millionen Barrel pro Tag steigern – ein bärisches Szenario für die Preise. Ein ungeordneter Übergang hingegen könnte die aktuellen Exporte von etwa 1 Million Barrel täglich stören und die Märkte straffen.

LNG-Preise unter Druck

Auch die Preise für Flüssigerdgas (LNG) werden 2026 voraussichtlich fallen. Bernstein erwartet für den JKM-Referenzwert einen Durchschnitt von 9 Dollar pro mmbtu, verglichen mit etwa 12,60 Dollar im Jahr 2025. Der Preisdruck entsteht durch neues Angebot, das auf den Markt kommt.

Aktienempfehlungen angepasst

Aufgrund der Preisprognosen hat Bernstein seine Bewertungen für mehrere Energieunternehmen angepasst. Santos Ltd und PetroChina wurden hochgestuft, da sie auch bei einem Ölpreis von 65 Dollar starke Free-Cashflow-Renditen bieten. Inpex und Sinopec wurden hingegen herabgestuft, da deren Bewertungen angesichts der Zykluswende als überzogen gelten.

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