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Ölpreis springt 13 Prozent – Hormus-Meerenge bleibt dauerhaft Risiko

Erneute Kämpfe und Trumps Blockade-Ankündigung treiben Brent-Rohöl auf über 86 Dollar – der größte Tagesgewinn seit 2020.

Ölpreis springt 13 Prozent – Hormus-Meerenge bleibt dauerhaft Risiko

Die Ölmärkte verzeichnen die stärksten Kursgewinne seit der Covid-Krise im Jahr 2020. Brent-Rohöl-Futures sind in dieser Woche bis zum frühen Dienstag um 13% gestiegen und notieren bei über 86 Dollar pro Barrel. Der Anstieg von knapp 10% allein am Montag war der größte tägliche prozentuale Gewinn seit Mai 2020, als sich die Preise vom Einbruch während der Lockdowns erholten.

Auslöser sind erneute Kämpfe am Wochenende im Persischen Golf sowie die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die amerikanische Blockade für die iranische Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder einzuführen. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Preise, nachdem der Iran zwei Tanker im Golf angegriffen hatte. Damit wurden die Preisrückgänge eines ganzen Monats zunichtegemacht – Rückgänge, die entstanden waren, als die Scharmützel im Persischen Golf nachgelassen hatten und der Tankerverkehr wieder aufzunehmen schien.

Experten: Rückkehr zur alten Normalität ausgeschlossen

Sowohl die Ölmärkte als auch die Produzenten im Nahen Osten stellen sich offenbar auf eine neue Realität ein. „Die Chance, dass die Region und die Straße von Hormus zur alten Normalität zurückkehren, liegt faktisch bei Null", sagte Rachel Ziemba, Adjunct Senior Fellow am Center for a New American Security, einem in Washington ansässigen Think Tank. „Wenn überhaupt, verstärkt dies den Impuls, so schnell wie möglich in alternative Transportwege zu investieren."

Die Straße von Hormus ist eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil der globalen Ölexporte aus dem Persischen Golf – von Saudi-Arabien, dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Iran. Eine dauerhafte Störung dieser Route hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung und damit auch für Verbraucher und Industrie in Deutschland und Europa.

Pipeline-Ausbau als strategische Antwort

Saudi-Arabien, der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Meerenge als dauerhafte Schwachstelle identifiziert, die strategisch umgangen werden muss. Die drei Länder planen den Bau neuer sowie den Ausbau bestehender Pipeline-Kapazitäten zu anderen Häfen – auch durch Drittländer –, um den Ölfluss dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Die Dimensionen dieser Pläne sind beträchtlich. Laut Goldman Sachs könnten neue und erweiterte Pipelines bis Ende 2027 dazu führen, dass mehr als 45% der Golf-Ölexporte aus der Vorkriegszeit die Straße von Hormus umgehen. Sollten die Pläne beschleunigt werden, könnten Pipelines bis Ende 2028 sogar 75% der Ölexporte der Region abdecken, so die Bank in einer Mitteilung an ihre Kunden.

Für Anleger bedeutet die aktuelle Lage erhöhte Volatilität an den Energiemärkten. Die geopolitische Unsicherheit rund um den Persischen Golf dürfte den Ölpreis auf absehbare Zeit stützen – während gleichzeitig massive Investitionen in alternative Infrastruktur die langfristige Abhängigkeit von der Meerenge reduzieren sollen.

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