ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ölpreis steigt stärker als seit 2020 – Hormus-Meerenge bleibt Risiko

Erneute Kämpfe und Trumps Blockade-Ankündigung treiben Brent-Öl um fast 10 Prozent nach oben.

Ölpreis steigt stärker als seit 2020 – Hormus-Meerenge bleibt Risiko

Die Ölmärkte haben am Wochenende eine der heftigsten Preisbewegungen seit Jahren erlebt. Brent-Rohöl-Futures sprangen um 9,6 Prozent nach oben und schlossen bei 83,30 US-Dollar pro Barrel – der größte tägliche prozentuale Anstieg seit Mai 2020, als sich die Preise vom Corona-Lockdown-Absturz erholten. US-Rohöl-Futures legten um 9,4 Prozent auf 78,14 US-Dollar zu und verzeichneten damit ihren viertgrößten Tagesgewinn im Jahr 2026.

Auslöser waren erneute Kämpfe am Wochenende sowie die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die amerikanische Blockade für den iranischen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder einzuführen. Mit dem Kurssprung wurden die Preisrückgänge eines ganzen Monats zunichtegemacht – Rückgänge, die eingesetzt hatten, als die Scharmützel im Persischen Golf nachließen und der Tankerverkehr scheinbar zur Normalität zurückgekehrt war.

Experten: Rückkehr zur alten Normalität ausgeschlossen

Die Botschaft der Märkte ist eindeutig: Eine Rückkehr zum Vorkriegszustand an der Straße von Hormus gilt als unwahrscheinlich. „Die Chance, dass die Region und die Straße von Hormus zur alten Normalität zurückkehren, liegt faktisch bei null", sagte Rachel Ziemba, Adjunct Senior Fellow am Center for a New American Security, einer Denkfabrik mit Sitz in Washington. „Wenn überhaupt, verstärkt dies den Impuls, so schnell wie möglich in alternative Transportwege zu investieren."

Die Straße von Hormus ist eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil der globalen Ölexporte aus dem Persischen Golf – von Saudi-Arabien, dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Iran. Eine dauerhafte Störung dieser Route hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung und die Weltwirtschaft.

Golfstaaten planen massive Pipeline-Investitionen

Saudi-Arabien, der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Meerenge als dauerhafte Schwachstelle identifiziert, die umgangen werden muss. Die drei Länder planen den Bau neuer sowie den Ausbau bestehender Pipeline-Kapazitäten zu anderen Häfen – auch durch Drittländer –, um ihre Ölförderung unabhängig von der Meerenge aufrechtzuerhalten.

Die Dimensionen dieser Umleitungspläne sind beträchtlich. Laut Goldman Sachs könnten neue und erweiterte Pipelines bis Ende 2027 mehr als 45 Prozent der Golf-Ölexporte aus der Vorkriegszeit an der Straße von Hormus vorbeileiten. Sollten die Pläne beschleunigt werden, könnten Pipelines bis Ende 2028 sogar 75 Prozent der Ölexporte der Region abdecken, so die Bank in einer Mitteilung an ihre Kunden.

Für deutsche Anleger und Verbraucher sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Relevanz. Deutschland ist als exportorientierte Industrienation stark von stabilen Energiepreisen abhängig. Steigende Ölpreise erhöhen nicht nur die Kraftstoffkosten, sondern wirken sich auch auf die Produktionskosten der Industrie und damit auf die Inflationsentwicklung aus. Die Volatilität an den Ölmärkten dürfte angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen am Persischen Golf vorerst bestehen bleiben.

ÖlpreisStraße Von HormusBrent RohölPersischer GolfÖlmarktGoldman Sachs PipelineTrump Blockade Iran

Disclaimer