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Ölpreis steigt über 3 Prozent nach iranischem Vergeltungsangriff

Iranische Revolutionsgarden greifen US-Luftwaffenstützpunkt an – Brent und WTI legen deutlich zu, Straße von Hormus im Fokus.

Ölpreis steigt über 3 Prozent nach iranischem Vergeltungsangriff

Die Ölpreise sind am Donnerstag kräftig gestiegen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden bekannt gaben, einen US-Luftwaffenstützpunkt angegriffen zu haben. Auslöser war nach Angaben der Revolutionsgarden ein US-Angriff nahe dem Flughafen Bandar Abbas am frühen Morgen. Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran treibt die Rohstoffmärkte erneut in Aufruhr.

Der Terminkontrakt der Nordseesorte Brent stieg bis 03:44 Uhr GMT um 3,51 US-Dollar oder 3,72 Prozent auf 97,80 Dollar pro Barrel. Der aktivere August-Kontrakt legte um 3,35 Dollar oder 3,63 Prozent auf 95,60 Dollar zu. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte 3,31 Dollar oder 3,73 Prozent höher bei 91,99 Dollar pro Barrel.

Starke Kursschwankungen innerhalb weniger Stunden

Der Preisanstieg folgt auf einen deutlichen Rückgang in der vorangegangenen Handelssitzung. Beide Referenzsorten hatten zuvor mehr als 5 Prozent verloren und ihren niedrigsten Stand seit einem Monat erreicht. Hintergrund war die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das den Konflikt beenden und die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen sollte.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels. Jede Störung in dieser Region hat unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte und damit auch auf die Energiepreise in Europa und Deutschland.

Revolutionsgarden warnen vor weiterer Eskalation

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten laut der Nachrichtenagentur Tasnim, einen US-Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen zu haben. Sie warnten zugleich, dass jede Wiederholung dessen, was sie als Aggression bezeichneten, eine „entschlossenere" Reaktion nach sich ziehen würde. Das US-Militär bestätigte gegenüber Reuters, neue Angriffe auf ein Militärgelände im Iran gestartet zu haben. US-Beamte gaben an, das Gelände stelle eine Bedrohung für US-Streitkräfte und den kommerziellen Schiffsverkehr in der Meerenge dar.

Daniel Hynes, Rohstoffstratege bei ANZ, kommentierte die Lage in einer Mitteilung: „Das Ölangebot bleibt begrenzt, und wichtige Streitpunkte müssen noch gelöst werden." Diese Einschätzung unterstreicht, dass die Unsicherheit am Ölmarkt trotz zwischenzeitlicher Entspannungssignale anhält.

US-Rohölvorräte sinken zum sechsten Mal in Folge

Zusätzlich zu den geopolitischen Spannungen stützen auch die Lagerbestandsdaten den Ölpreis. In den USA sanken die Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 2,8 Millionen Barrel. Laut Daten des American Petroleum Institute (API) ist dies bereits der sechste Rückgang in Folge – ein deutliches Signal für eine anhaltend hohe Nachfrage oder ein eingeschränktes Angebot.

Die offiziellen Lagerbestandsdaten der US Energy Information Administration (EIA) wurden für Donnerstag erwartet, einen Tag später als üblich. Der Grund für die Verzögerung war der Memorial-Day-Feiertag am Montag. Diese Daten gelten als wichtiger Indikator für die kurzfristige Entwicklung der Ölpreise und werden von Marktteilnehmern weltweit genau beobachtet.

Die aktuelle Lage verdeutlicht, wie sensibel die Energiemärkte auf geopolitische Ereignisse im Nahen Osten reagieren. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen, die auf Energieimporte angewiesen sind, bleibt die Entwicklung rund um den Iran-Konflikt und die Straße von Hormus ein zentrales Thema.

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