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Ölpreis unter Druck: Märkte warten auf Details zum US-Iran-Abkommen

Nach einem Einbruch von fast 5% am Montag geben Brent und WTI weiter nach – Anleger warten auf Umsetzungsdetails des Deals.

Ölpreis unter Druck: Märkte warten auf Details zum US-Iran-Abkommen

Die Ölpreise stehen weiter unter Druck. Am Dienstag fielen die Brent-Futures um 0,5 Prozent auf 82,75 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 0,3 Prozent auf 80,54 US-Dollar nachgab. Damit setzt sich der Ausverkauf vom Vortag fort, als beide Referenzsorten um fast 5 Prozent eingebrochen waren.

Auslöser des starken Rückgangs war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ein Interimsabkommen mit dem Iran geschlossen zu haben. Das Abkommen sieht vor, die im April verkündete Waffenruhe um weitere 60 Tage zu verlängern und die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen. Brent und WTI schlossen am Montag auf ihren niedrigsten Ständen seit März – der Ausverkauf machte einen Großteil der geopolitischen Risikoprämie zunichte, die sich während des Golfkonflikts aufgebaut hatte.

Trump schrieb in einem Social-Media-Post, dass mit Öl beladene Schiffe begännen, die Meerenge zu verlassen: „Sie fahren entlang des südlichen ‚Highway', der absolut sicher, geschützt und makellos ist. Es gibt auch andere Fahrtgebiete!!!" Am kommenden Freitag soll das Abkommen bei einer formellen Unterzeichnungszeremonie in Genf besiegelt werden, an der Vertreter beider Länder teilnehmen werden.

Unsicherheit über Umsetzung bleibt bestehen

Trotz der weitgehend positiven Marktreaktion warnen Analysten vor voreiligem Optimismus. Die Märkte konzentrieren sich nun auf den Zeitpunkt der Umsetzung des Abkommens und darauf, wie schnell die Ölexporte wieder ein normales Niveau erreichen können. Offene Fragen zur maritimen Sicherheit, zu den Versicherungskosten und zur Geschwindigkeit, mit der festsitzende Schiffe wieder in Betrieb genommen werden können, belasten die Stimmung.

Mehrere Institutionen warnten, dass die Wiederauffüllung der Lagerbestände und die Normalisierung der Schifffahrtsrouten Wochen oder sogar Monate dauern könnten. Die Lagerbestände waren während der Sperrung der Meerenge erheblich abgebaut worden. Etwaige Rückschläge bei den Verhandlungen oder Verzögerungen bei der Wiedereröffnung könnten die Sorgen um das Angebot und die Volatilität an den Energiemärkten erneut anheizen.

OPEC senkt Nachfrageprognose erneut

Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übt die OPEC aus. Das Ölkartell senkte in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in Folge seine Prognose für das globale Ölnachfragewachstum im Jahr 2026. Die Produzentengruppe erwartet nun für das nächste Jahr ein Nachfragewachstum von rund 970.000 Barrel pro Tag – nach einer vorherigen Prognose von 1,17 Millionen Barrel pro Tag. Als Begründung nannte die OPEC schwächere Verbrauchsaussichten.

Die Kombination aus einem möglichen Wiederanstieg des iranischen Ölangebots und einer gedämpften Nachfrageprognose der OPEC lastet damit gleich von zwei Seiten auf den Ölpreisen. Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Lage volatil – entscheidend wird sein, wie schnell und reibungslos das US-Iran-Abkommen in der Praxis umgesetzt wird.

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