ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ölpreise auf Wochenkurs nach US-Drohung mit Iran-Seeblockade

US-Drohung einer unbefristeten Seeblockade gegen den Iran schürt Versorgungsängste und treibt Brent und WTI auf Wochengewinne.

Ölpreise auf Wochenkurs nach US-Drohung mit Iran-Seeblockade

Die Ölpreise zeigten sich am Freitag uneinheitlich, steuerten jedoch auf deutliche Wochengewinne zu. Auslöser war die Drohung der USA, eine unbefristete Seeblockade gegen den Iran zu verhängen. Die Ankündigung schürte Sorgen über mögliche Unterbrechungen der Rohölversorgung aus dem Nahen Osten.

Die Nordseesorte Brent fiel leicht um 12 Cent oder 0,1 Prozent auf 86,95 US-Dollar pro Barrel. Das US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg hingegen um 13 Cent oder 0,2 Prozent auf 81,38 US-Dollar pro Barrel. Auf Wochensicht verzeichneten beide Sorten jedoch erhebliche Zuwächse: Brent legte rund 3,4 Prozent zu, WTI sogar etwa 4 Prozent.

„Höhere Ölpreise seien eine natürliche Folge des jüngsten Vorgehens der USA, das wenig Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung im Nahen Osten lasse", erklärte Bjarne Schieldrop, Chefanalyst für Rohstoffe bei SEB Research. Die Eskalation der geopolitischen Spannungen gilt als zentraler Preistreiber der Woche.

Bessent kündigt historische Wirtschaftsisolierung an

Am Donnerstag hatten die USA erklärt, sie könnten eine Seeblockade gegen den Iran auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten und den wirtschaftlichen Druck auf Teheran als Reaktion auf die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen erhöhen. US-Finanzminister Scott Bessent verschärfte die Rhetorik in einem Interview auf dem Nachrichtensender Newsmax weiter: „Achten Sie in der nächsten Woche auf weitere Ankündigungen, denn wir werden Maßnahmen ergreifen, wie man sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolierung eines Landes noch nie gesehen hat."

Besonders im Fokus steht die strategisch bedeutsame Straße von Hormus. Über diese Meerenge wurden vor Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar etwa ein Fünftel des weltweiten täglichen Bedarfs an Öl und Flüssigerdgas abgewickelt. Schieldrop warnte: „Eine Rückkehr zu normalen Lieferströmen aus der Straße von Hormus ist nun plötzlich ohne jegliche kurzfristige Hoffnung."

Schiffsverkehr durch Hormus unter Monatsdurchschnitt

Während sowohl die USA als auch der Iran Ansprüche auf die Kontrolle über die Meerenge erhoben, fiel der Schiffsverkehr durch den Kanal unter den Monatsdurchschnitt. Zudem wurden am Donnerstag zwei Schiffe der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) bei der Durchfahrt durch die Meerenge angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate, WAM, berichtete über den Vorfall, und die VAE-Regierung verurteilte den Angriff als iranische Aggression.

Trotz der angespannten Lage auf der Angebotsseite gibt es auch dämpfende Faktoren für den Ölpreis. Die OPEC deutete in ihren jüngsten Prognosen auf ein schwächeres Nachfragewachstum hin. Gleichzeitig verzeichneten die US-Rohölvorräte ihren größten wöchentlichen Anstieg seit mehr als dreieinhalb Jahren.

Norbert Rücker, Leiter Wirtschaft und Next Generation Research bei Julius Bär, verwies auf die Berichte der Internationalen Energieagentur (IEA) und der US-Energieinformationsbehörde (EIA): „Die Berichte der IEA und der EIA in dieser Woche waren sehr aufschlussreich. Die Lagerbestände halten sich viel besser als befürchtet, was die Ölpreise nach unten drücken sollte." Der Markt befindet sich damit in einem Spannungsfeld zwischen geopolitischen Risiken und fundamentalen Angebotsdaten.

ÖlpreisIran SeeblockadeStraße Von HormusBrentWTIRohölNaher Osten

Disclaimer