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Ölpreise fallen nach Waffenpause zwischen Iran und Israel

Brent und WTI geben nach, da Anleger trotz Feuerpause im Nahen Osten skeptisch gegenüber einem dauerhaften Waffenstillstand bleiben.

Ölpreise fallen nach Waffenpause zwischen Iran und Israel

Die Ölpreise sind am Dienstag deutlich gefallen und haben damit den Großteil der Gewinne der vorangegangenen Handelssitzung wieder abgegeben. Auslöser war die Ankündigung von Iran und Israel, ihre gegenseitigen Angriffe nach einem Appell von US-Präsident Donald Trump eingestellt zu haben. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da beide Seiten eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten nicht ausschließen.

Die Terminkontrakte der Nordseesorte Brent fielen um 1,14 US-Dollar oder 1,2 Prozent auf 93,11 US-Dollar pro Barrel (Stand: 06:30 Uhr GMT). Die US-amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verlor 1,30 US-Dollar oder 1,4 Prozent und notierte bei 90,00 US-Dollar pro Barrel. In der vorangegangenen Sitzung waren die Preise noch um bis zu 5 Prozent gestiegen, nachdem erneute israelische Angriffe auf den Iran und Attacken im Libanon die Hoffnung auf eine baldige Entspannung gedämpft hatten.

Skepsis trotz Feuerpause

Die Gewinne wurden jedoch rasch wieder abgegeben, nachdem die iranischen Streitkräfte das Ende ihrer Militäroperationen gegen Israel verkündeten. Marktbeobachter zeigen sich trotz der Waffenpause zurückhaltend. „Obwohl die jüngste Pause bei den direkten Angriffen für eine gewisse Entlastung sorgt, sind die Anleger nicht davon überzeugt, dass der Waffenstillstand halten wird", sagte Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade.

Iran und Israel erklärten, ihre gegenseitigen Angriffe nach einem Appell von Präsident Trump eingestellt zu haben, in dem er forderte, das „Schießen" sofort zu beenden. Teheran betonte jedoch, die Angriffe wieder aufzunehmen, sollte Israel weiterhin die Hisbollah im Libanon angreifen. Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte in einer Videobotschaft deutlich, dass Israel mit Gewalt reagieren werde, sollte der Iran erneut angreifen.

Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, ordnete die Lage ähnlich ein: „Dies hat zwar dazu beigetragen, eine Eskalation der Situation zu verhindern, doch der geopolitische Hintergrund bleibt angespannt, und ein dauerhaftes Friedensabkommen ist weiterhin nicht in Sicht."

Straße von Hormus im Fokus

Ein zentrales Thema in den Friedensgesprächen ist die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Durch diese strategisch bedeutsame Meerenge floss etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots, bevor die USA und Israel Ende Februar Luftangriffe auf den Iran starteten. Washington übt in den laufenden Verhandlungen Druck auf Teheran aus, die Meerenge wieder für den Schiffsverkehr freizugeben.

Trump erklärte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit Axios, er habe Netanjahu gewarnt, dass dieser im Falle eines erneuten Krieges gegen den Iran auf sich allein gestellt sein könnte. Diese Aussage unterstreicht den diplomatischen Druck, den Washington auf beide Konfliktparteien ausübt.

Am Montag setzten US-Streitkräfte zudem einen unbeladenen Öltanker im Golf von Oman außer Gefecht, nachdem dieser versucht hatte, unter Verletzung der bestehenden Blockade gegen den Iran einen iranischen Hafen anzulaufen. Waterer fasste die zentrale Frage für die Märkte zusammen: „Die entscheidende Frage ist, ob die aktuellen Deeskalationsbemühungen schließlich in eine länger anhaltende Lösung münden oder ob wir uns lediglich in einer weiteren vorübergehenden Atempause befinden."

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