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Ölpreise fallen: Nahost-Konflikt und Gespräche über Straße von Hormus

Brent und WTI geben nach, während Oman-Iran-Verhandlungen und US-Militärschläge den Markt in Atem halten.

Ölpreise fallen: Nahost-Konflikt und Gespräche über Straße von Hormus

Die Ölpreise gaben am Donnerstag in einem volatilen Handel deutlich nach. Berichte über laufende Verhandlungen zwischen dem Oman und dem Iran über die Straße von Hormus halfen dabei, die Nervosität der Märkte angesichts erneut aufgeflammter Kämpfe im Nahen Osten zumindest teilweise zu dämpfen.

Bis 09:33 Uhr ET (13:33 GMT) fiel die globale Benchmark-Sorte Brent um 1,5 Prozent auf 89,36 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,0 Prozent auf 83,60 US-Dollar pro Barrel. Beide Rohölsorten reagierten damit auf ein Geflecht aus geopolitischen Spannungen und diplomatischen Signalen.

Oman vermittelt zwischen Iran und dem Golf

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Gespräche zwischen dem Iran und dem Oman über die strategisch bedeutsame Meerenge von Hormus. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der sich auf die Iranian Labour News Agency beruft, dauern diese Verhandlungen an. Anfang der Woche hatte der Oman Teheran einen vom Golf unterstützten Vorschlag unterbreitet, der eine teilweise Kontrolle der Meerenge durch den Iran sowie die Erhebung freiwilliger Gebühren für die Nutzung der engen Wasserstraße vorsah. Der Iran lehnte diesen Plan jedoch ab.

Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Täglich passieren Millionen von Barrel Rohöl und Raffinerieprodukten diese Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Jede Störung des Verkehrs dort hätte unmittelbare Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und damit auf die Preise an den Rohstoffmärkten.

US-Militär greift IRGC-Ziele im Iran an

Parallel zu den Diplomatiebemühungen eskalierte die militärische Lage erheblich. Das US-Militär teilte mit, es habe am frühen Donnerstagmorgen eine schwere Angriffswelle gegen Dutzende Ziele der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) im gesamten Iran durchgeführt. Dabei wurden militärische Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsstandorte getroffen.

Vorausgegangen war ein iranischer Raketenangriff auf US-Streitkräfte im Nahen Osten, der die unmittelbaren Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch nahezu zunichtemachte. Die abgefeuerten Raketen wurden abgefangen, woraufhin US-amerikanische und saudi-arabische Streitkräfte Vergeltungsschläge gegen vom Iran unterstützte Milizen im Irak durchführten. Washington erklärte, diese seien an Angriffen auf amerikanische Truppen und die saudi-arabische Energieinfrastruktur beteiligt gewesen. US-Präsident Donald Trump hatte Fox News am Mittwoch erklärt, der Iran werde nach dem Raketenangriff auf US-Streitkräfte in Jordanien „hart" getroffen.

Konflikt weitet sich auf Rotes Meer und Ägypten aus

Der Konflikt beschränkt sich längst nicht mehr auf den Persischen Golf. Ägyptische Behörden meldeten Drohnenangriffe auf zwei Erdgasschiffe vor der Küste des Landes. Im Jemen haben die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf die Handelsschifffahrt und mit Saudi-Arabien verbundene Energieanlagen rund um das Rote Meer und die Meerenge Bab el-Mandeb verschärft. Die Gruppe versucht, eine von ihr als Seeblockade bezeichnete Maßnahme gegen Schiffe durchzusetzen, die die Wasserstraße passieren.

Das Bab el-Mandeb verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und zählt zu den weltweit wichtigsten maritimen Engpässen. Täglich werden dort Millionen von Barrel Rohöl und Raffinerieprodukten transportiert. Die anhaltenden Störungen lösen neue Sorgen über steigende Frachtkosten und höhere Versicherungsprämien aus – Faktoren, die sich mittelbar auch auf die Energiepreise in Europa und Deutschland auswirken können.

EIA-Daten: US-Rohölvorräte auf tiefstem Stand seit 2018

Zusätzlichen Druck auf den Markt lieferten aktuelle Lagerdaten aus den USA. Die US-Energieinformationsbehörde (EIA) berichtete, dass die Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 7,2 Millionen Barrel auf den niedrigsten Stand seit 2018 gesunken sind. Analysten hatten hingegen einen Anstieg um 700.000 Barrel erwartet. Der überraschende Rückgang verstärkt die Erwartungen eines knapper werdenden kurzfristigen Angebots beim weltweit größten Ölverbraucher.

Die Benzinvorräte blieben trotz einer stärkeren impliziten Nachfrage mit 211,3 Millionen Barrel praktisch unverändert. Die Bestände an Destillaten – darunter Diesel und Heizöl – stiegen hingegen um 1,1 Millionen Barrel. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen, die auf Diesel und Heizöl angewiesen sind, bleibt die Entwicklung der globalen Rohölpreise damit ein wichtiger Kostenfaktor.

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