Ölpreise fallen um 3% nach Trump-Aussagen zum Iran
Die Ölpreise brachen am Donnerstag im asiatischen Handel um fast 3% ein und beendeten damit eine fünftägige Gewinnserie. US-Präsident Trump signalisierte eine zurückhaltendere Haltung gegenüber dem Iran.

Die Ölpreise haben am Donnerstag im asiatischen Handel deutlich nachgegeben und damit eine bemerkenswerte Gewinnserie beendet. Brent-Öl fiel um 2,8% auf 64,67 Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl um 3% auf 60,22 Dollar sank. Auslöser war eine überraschende Entspannungssignale von US-Präsident Donald Trump in der Iran-Krise.
Trump nimmt Druck aus Iran-Konflikt
Trump erklärte am Mittwoch, ihm sei versichert worden, dass die iranischen Behörden die Tötung von Demonstranten einstellen würden. Er glaube nicht, dass derzeit ein Plan für Massenhinrichtungen bestehe. Diese Aussagen zerstreuten die Befürchtung, Washington bereite eine sofortige militärische Reaktion auf die Demonstrationen gegen Ayatollah Ali Khamenei vor.
Die Äußerungen reduzierten die Risikoprämie, die sich in den Ölpreisen aufgebaut hatte. Zuvor waren die Preise in nur fünf Handelstagen um über 10% gestiegen und hatten Mehrmonatshöchststände erreicht. Die Märkte hatten befürchtet, dass Unruhen im Iran zu Störungen der Produktion oder wichtiger Schifffahrtswege führen könnten.
Venezuela-Gespräche belasten zusätzlich
Zusätzlichen Abwärtsdruck erzeugten Trumps Aussagen zu Venezuela. Der US-Präsident beschrieb ein Gespräch mit Venezuelas Interimsführerin Delcy Rodríguez als sehr positiv. Die Gespräche hätten Öl, Mineralien, Handel und nationale Sicherheit umfasst. Trump sprach von enormen Fortschritten bei der Stabilisierung Venezuelas.
Marktteilnehmer sehen in verbesserten Beziehungen zwischen den USA und Venezuela die Aussicht auf steigende venezolanische Rohölexporte. Dies würde die globalen Versorgungsängste weiter mildern und zusätzliches Öl auf den Weltmarkt bringen.
US-Lagerbestände steigen überraschend
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Zur AktienanalyseDie US-Energieinformationsbehörde meldete einen überraschenden Anstieg der Rohölbestände um 3,4 Millionen Barrel in der vergangenen Woche. Analysten hatten eigentlich mit einem Rückgang um 1,7 Millionen Barrel gerechnet. Die Benzinbestände kletterten sogar um 9 Millionen Barrel, während die Destillatbestände nahezu unverändert blieben.
Die höher als erwarteten Zuwächse unterstreichen das reichliche Angebot im weltweit größten Ölverbraucher. Die inländische Raffinerieaktivität und die Importe nahmen stark zu, was die kurzfristige bullische Stimmung am Ölmarkt dämpfte. Für deutsche Anleger bedeutet dies vorerst Entspannung bei den Energiepreisen.


