Ölpreise stabilisieren sich nach Iran-Protesten
Die Ölpreise zeigen sich am Montag leicht fester, nachdem die Proteste im Iran durch staatliches Vorgehen nachgelassen haben. Die geringere Gefahr einer US-Intervention entlastet den Markt.

Die internationalen Ölmärkte haben sich am Montag stabilisiert, nachdem die gewaltsamen Proteste im Iran durch ein hartes Vorgehen der Regierung eingedämmt wurden. Brent Rohöl notierte bei 64,19 US-Dollar pro Barrel (+0,09%), während WTI um 0,15% auf 59,53 Dollar pro Barrel zulegte.
Entspannung der Iran-Krise
Die Beruhigung der Lage im Iran, einem der wichtigsten OPEC-Förderländer, verringert die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention der USA erheblich. Nach offiziellen Angaben kamen bei der Niederschlagung der durch wirtschaftliche Not ausgelösten Proteste 5.000 Menschen ums Leben. US-Präsident Donald Trump signalisierte über soziale Medien eine Deeskalation, indem er mitteilte, der Iran habe geplante Massenhinrichtungen von Demonstranten abgesagt.
Auflösung der Risikoprämie
Marktanalyst Tony Sycamore von IG beobachtet eine "schnelle Auflösung der Iran-Prämie", die die Preise zuvor auf 12-Wochen-Hochs getrieben hatte. Die Entspannung der geopolitischen Spannungen führt dazu, dass die Märkte die zusätzliche Risikoprämie wieder aus den Preisen herausnehmen.
US-Lagerbestände belasten
Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise üben die jüngsten US-Lagerbestandsdaten aus. Laut Energy Information Administration (EIA) stiegen die Rohölbestände in der Woche zum 9. Januar um 3,4 Millionen Barrel – entgegen den Erwartungen einer Reduzierung um 1,7 Millionen Barrel. Diese Entwicklung unterstreicht die Angebotsseite des Marktes.
Weitere geopolitische Faktoren
Die Märkte beobachten auch die Situation in Venezuela aufmerksam. Nach der Gefangennahme von Nicolás Maduro kündigte Trump an, die USA würden die venezolanische Ölindustrie leiten. Der US-Energieminister teilte mit, man sei bestrebt, Chevron schnellstmöglich eine erweiterte Produktionslizenz zu erteilen. Analysten zeigen sich jedoch skeptisch bezüglich einer kurzfristigen Produktionssteigerung.
Chinas Raffinerieaktivität steigt
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Zur AktienanalysePositive Signale kommen aus China: Regierungsdaten vom Montag zeigen, dass der Raffineriedurchsatz im Jahr 2025 um 4,1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Die Rohölproduktion legte um 1,5% zu – beide Werte erreichten historische Höchststände.
Ausblick
Für den weiteren Handelsverlauf erwarten Experten eine Seitwärtsbewegung, zumal die US-Märkte am Montag wegen des Martin Luther King Jr. Day geschlossen blieben. Vandana Hari von Vanda Insights betont, dass "Venezuela und die Ukraine vorerst im Hintergrund bleiben". Der liquidere WTI-März-Kontrakt notierte bei 59,39 Dollar, 0,08% höher als am Vortag.


