Olympus-Chef Stefan Kaufmann entlassen
Drogenvorwürfe führen zum Rücktritt des deutschen Managers beim Medizintechnikkonzern

Der japanische Medizintechnikhersteller Olympus hat den deutschen Konzernchef Stefan Kaufmann entlassen. Kaufmann, der seit weniger als zwei Jahren an der Spitze des Unternehmens stand, soll illegale Drogen gekauft haben. Infolge der Vorwürfe leitete Olympus eine interne Untersuchung ein und teilte am Montag mit, dass der Vorstand einstimmig beschlossen habe, dass Kaufmann wahrscheinlich gegen die Unternehmensrichtlinien verstoßen habe. Dies führte dazu, dass er aufgefordert wurde, seinen Rücktritt einzureichen. Die Aktie von Olympus reagierte mit einem Kursrückgang von mehr als sieben Prozent und verzeichnete damit den größten Verlust seit fast drei Monaten.
Olympus wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht weiter zu dem Fall äußern. Auch die japanische Polizei hat Ermittlungen gegen Kaufmann eingeleitet, wie die Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete. Unter Kaufmanns Führung konnte der Aktienkurs des Unternehmens um etwa 18 Prozent zulegen, was jedoch hinter dem Anstieg des Referenzindex Topix zurückblieb. Die interimsmäßige Führung des Unternehmens soll nun Yasuo Takeuchi übernehmen. Er leitete bereits die Transform Olympus Initiative, die das Unternehmen neu ausrichtete.
Der Fall Kaufmann ist nicht das erste Mal, dass Olympus eine im Ausland geborene Führungskraft entlässt. Bereits im Jahr 2011 musste der britische CEO Michael Woodford das Unternehmen verlassen, nur wenige Wochen nachdem er seine Position angetreten hatte. Woodford erklärte damals, er sei aufgrund seiner Nachforschungen zur früheren Buchführung des Unternehmens entlassen worden. Die Situation zeigt, dass ausländische Führungskräfte in japanischen Unternehmen nach wie vor selten sind und möglicherweise besonderen Herausforderungen gegenüberstehen.
Japan hat strenge Gesetze bezüglich des Gebrauchs und der Einfuhr von Drogen. Bereits 2015 wurde eine Führungskraft des Autoherstellers Toyota festgenommen, weil sie im Verdacht stand, das Schmerzmittel Oxycodon importiert zu haben. Diese Vorgaben machen klar, dass Drogenvergehen im Land ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen können, insbesondere für Personen in Führungspositionen.
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Zur AktienanalyseIm August hatte Olympus seine Prognose für das Betriebsergebnis im laufenden Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Trotz der aktuellen Entwicklungen äußerten Analysten der Citigroup die Einschätzung, dass Olympus angemessen gehandelt habe. Sie glauben, dass die Auswirkungen auf das Unternehmen begrenzt bleiben werden. Das Nominierungskomitee werde alle Optionen für die Nachfolge prüfen, wobei es als wahrscheinlich gilt, dass Takeuchi die Position dauerhaft übernehmen könnte.


