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ONEOK unterzeichnet Gasvertrag für KI-Rechenzentren und profitiert vom Megatrend

Der US-Pipeline-Konzern ONEOK versorgt künftig ein 1-Gigawatt-Gaskraftwerk für KI-Rechenzentren – und plant weitere Deals.

ONEOK unterzeichnet Gasvertrag für KI-Rechenzentren und profitiert vom Megatrend

Der Pipeline-Konzern ONEOK (Ticker: OKE) hat eine Vereinbarung zur Gasversorgung eines 1-Gigawatt-Kraftwerks unterzeichnet, das speziell zur Deckung des Energiebedarfs von KI-Rechenzentren errichtet wird. Damit reiht sich das Unternehmen in eine wachsende Gruppe von Energieversorgern ein, die vom Megatrend der KI-Stromversorgung profitieren – obwohl Pipeline-Betreiber bislang kaum im Fokus der Anleger standen.

Der Hintergrund: Entwickler von Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Strom, und zwar in kürzester Zeit. Das öffentliche Stromnetz kommt mit diesem rasanten Tempo kaum mit. Viele Betreiber setzen daher auf eigene gasbefeuerte Kraftwerke oder Brennstoffzellen, die deutlich schneller einsatzbereit sind als Kernkraftwerke und keinen Netzanschluss für externe erneuerbare Energien erfordern. Diese Entwicklung treibt die Nachfrage nach Erdgas massiv an.

Laut einer Prognose des Analysehauses Wood Mackenzie wird die Gasnachfrage des US-Stromsektors bis 2035 um 47 Prozent steigen – zu einem großen Teil bedingt durch den Boom bei Rechenzentren. Für Pipeline-Unternehmen wie ONEOK eröffnet das die Möglichkeit, sogenannte Stichleitungen zu neuen Gaskraftwerken und KI-Infrastruktur zu bauen und damit neue, stabile Einnahmequellen zu erschließen.

Projekt mit überschaubarem Volumen, aber attraktiver Rendite

Das konkrete Projekt ist im Verhältnis zur Gesamtgröße von ONEOK vergleichsweise klein: Die Gesamtkapitalkosten belaufen sich auf rund 100 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Das Unternehmen plant für das laufende Jahr Investitionsausgaben zwischen 2,7 und 3,2 Milliarden US-Dollar. COO Sheridan Swords bezeichnete das Projekt in der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal dennoch als Vorhaben mit einer „sehr schönen Rendite".

Swords deutete zudem an, dass weitere Deals in Vorbereitung sind: „Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen über einige weitere Gelegenheiten zur Belieferung von KI-Rechenzentren." Mehrere renditestarke Projekte innerhalb eines langfristigen Wachstumstrends können sich über die Jahre hinweg erheblich summieren und könnten darüber hinaus großflächige Erweiterungen der Pipeline-Kapazitäten anstoßen.

ONEOK wächst bereits mit solidem Tempo

Pipeline-Aktien gelten gemeinhin als verlässliche, aber wenig aufregende Investments. ONEOK bietet jedoch mehr Dynamik als viele Anleger erwarten würden. Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 13 Prozent, begünstigt durch starke Volumina – darunter ein Rekordvolumen bei der NGL-Rohstoffzufuhr (Natural Gas Liquids, also Flüssiggasprodukte wie Propan und Butan).

Auf Basis dieser starken Entwicklung hob ONEOK die Prognose für den Jahresüberschuss auf einen Mittelwert von 3,6 Milliarden US-Dollar an. Das Unternehmen verfügt über ein klar strukturiertes Wachstumsprogramm mit Investitionsprojekten, deren Inbetriebnahme bis zur ersten Jahreshälfte 2029 geplant ist. Dazu zählen ein groß angelegtes Joint-Venture-Gaspipeline-Projekt sowie eine Erweiterung der Gasspeicherkapazitäten.

Für einkommensorientierte Anleger ist zudem die Dividendenrendite von derzeit mehr als 4,5 Prozent attraktiv. Zusätzliche Wachstumsimpulse durch die KI-Rechenzentrum-Deals würden eine ohnehin bereits solide langfristige Wachstumsstory weiter stärken.

KI-Strom-Megatrend erfasst auch Pipeline-Branche

Der Megatrend rund um den Energiebedarf von Künstlicher Intelligenz hatte im vergangenen Jahr vor allem Kernenergie-Aktien und klassische Versorgungsunternehmen beflügelt. Nun zeigt sich, dass der Trend breiter wirkt als zunächst angenommen. Selbst vermeintlich „langweilige" Pipeline-Betreiber wie ONEOK beginnen, konkrete Verträge abzuschließen und sich als Profiteure zu positionieren.

Für deutsche Anleger, die nach stabilen Dividendenzahlern mit zusätzlichem Wachstumspotenzial suchen, könnte ONEOK ein interessanter Beobachtungskandidat sein. Die Kombination aus verlässlichen Ausschüttungen, solidem Gewinnwachstum und dem neu erschlossenen KI-Segment macht das Unternehmen zu einem ungewöhnlichen Vertreter im Pipeline-Sektor.

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