OPEC+ drückt Ölpreise mit Förderplänen
Erwartete Produktionsausweitung trifft auf steigende US-Lagerbestände und schwache Nachfrage

Die Ölpreise haben ihre Verluste ausgeweitet, nachdem Spekulationen über eine mögliche erneute Erhöhung der Förderquoten durch die Allianz OPEC+ aufgekommen sind. Nach einem Rückgang von mehr als zwei Prozent am Vortag gaben die Preise auch am Donnerstag weiter nach. Brent-Rohöl sank um 46 Cent beziehungsweise 0,7 Prozent auf 67,14 Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 47 Cent oder 0,7 Prozent auf 63,50 Dollar fiel. Händler und Investoren richten ihren Blick nun auf das bevorstehende Treffen der Förderstaaten, das am Sonntag stattfinden soll.
Laut zwei mit den Plänen vertrauten Quellen erwägen die acht Mitglieder der OPEC und ihre Partner, zusammen bekannt als OPEC+, im Oktober eine weitere Erhöhung der Fördermengen. Ziel sei es, den Marktanteil zurückzugewinnen. Bereits seit April hatte das Bündnis eine Ausweitung der Produktionsziele um insgesamt 2,2 Millionen Barrel pro Tag beschlossen. Zusätzlich wurde für die Vereinigten Arabischen Emirate eine Sonderquote von 300.000 Barrel täglich vereinbart.
Analysten von ANZ Research erklärten, dass die Preise für Brent-Rohöl unter Druck geraten seien, da die Aussicht auf zusätzliche Mengen im vierten Quartal ein Überangebot verstärken könnte. Dies sei besonders in einer schwachen Nachfragesaison problematisch. Auch ein Bericht von Haitong Securities verweist darauf, dass die Produzenten trotz steigender Fördermengen zuletzt von starken regionalen Preisen im Mittleren Osten profitieren konnten. Dies habe Saudi-Arabien und andere Mitglieder bestärkt, die Förderung weiter anzuheben.
Nach Einschätzung des Commonwealth Bank of Australia-Analysten Vivek Dhar verfolgt die Allianz mit den Anpassungen seit April vor allem das Ziel, Marktanteile zu sichern. Daraus ergebe sich, dass OPEC+ offenbar mit einem niedrigeren Brent-Preis zwischen 60 und 65 Dollar pro Barrel zufrieden sei. Zuvor hatte die Gruppe einen Zielkorridor von rund 70 Dollar angestrebt. Sollten die Preise in den Bereich von 60 bis 65 Dollar fallen, könnte dies die US-Sorte WTI in eine Spanne zwischen dem hohen 50er-Bereich und knapp über 60 Dollar drücken. Ein solcher Kurs würde das Wachstum der Schieferölproduktion in den Vereinigten Staaten vor erhebliche Herausforderungen stellen.
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Zur AktienanalyseParallel zur Entwicklung am Ölmarkt erwarten Marktteilnehmer frische Daten zu den US-Rohöllagerbeständen, die wegen eines Feiertags erst am Donnerstag veröffentlicht werden. Nach Angaben aus Marktkreisen sind die Bestände in der Woche bis zum 29. August um 622.000 Barrel gestiegen. Das widerspricht den Prognosen von Analysten, die im Durchschnitt mit einem Rückgang um zwei Millionen Barrel gerechnet hatten.


