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OpenAI und Broadcom stellen ersten gemeinsamen KI-Chip vor

Der ChatGPT-Entwickler präsentiert mit „Jalapeño" seinen ersten maßgeschneiderten KI-Halbleiter und verfolgt damit ambitionierte Pläne.

OpenAI und Broadcom stellen ersten gemeinsamen KI-Chip vor

OpenAI und Broadcom haben am Mittwoch ihren ersten gemeinsam entwickelten Chip namens „Jalapeño" vorgestellt. Damit wagt der ChatGPT-Entwickler seinen ersten Schritt in den Bereich der KI-Halbleiter. Der Chip markiert laut Pressemitteilung einen bedeutenden Meilenstein in OpenAIs Plan, den „gesamten Stack hinter seinen Modellen und Produkten aufzubauen".

Bei dem neuen Chip handelt es sich um einen sogenannten ASIC – eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung. Im Gegensatz zu den flexiblen GPUs von Nvidia sind ASICs weniger universell einsetzbar, dafür jedoch kostengünstiger und können gezielt für spezifische KI-Aufgaben konzipiert werden. Die Unternehmen bezeichnen den Chip als „Intelligence Processor" und beschreiben ihn als den ersten „KI-Beschleuniger" einer Plattform, die „fortschrittliche KI schneller, zuverlässiger und für mehr Menschen zugänglich machen" soll.

Der Chip wird von Broadcom gefertigt und von OpenAI für das sogenannte Inference-Verfahren eingesetzt – den rechenintensiven Prozess, bei dem KI-Modelle den Nutzern in ChatGPT und anderen Anwendungen bereitgestellt werden. OpenAI gab an, den Chip innerhalb von nur neun Monaten entworfen zu haben und zudem große Teile des Computersystems, in dem er zum Einsatz kommt, selbst entwickelt zu haben.

Broadcom-Aktie profitiert von der Ankündigung

Die Aktien von Broadcom stiegen nach der Ankündigung um rund 2%. Das Unternehmen gehört ohnehin zu den größten Profiteuren des Booms der generativen KI, da es Hyperscalern und führenden KI-Laboren dabei hilft, eigene maßgeschneiderte Chips zu entwickeln. Die Broadcom-Aktie ist im Jahr 2026 bislang um 10% gestiegen und hat sich seit Ende 2022 fast versiebenfacht.

Ein physisches Muster des neuen Chips wird OpenAI am Mittwoch übergeben. Den ersten produktiven Einsatz der Jalapeño-Chips streben die Unternehmen für Ende 2026 an, mit dem Ziel, diesen „in den kommenden Jahren auszuweiten". Das langfristige Ziel ist der Aufbau einer Kapazität, die eine Leistung von 10 Gigawatt erfordert – ein enormes Vorhaben, das die Dimension von OpenAIs Ambitionen verdeutlicht.

OpenAI diversifiziert seine Chip-Strategie

Seit OpenAI im Jahr 2022 den Boom der generativen KI ausgelöst hat, gehört das Unternehmen zu den größten Abnehmern der kostspieligen GPUs von Nvidia. Doch die explodierende Nachfrage zwingt OpenAI, auf weitere Quellen für fortschrittliche Halbleiter zu setzen. Anfang dieses Jahres schloss das Unternehmen eine Vereinbarung mit Amazon Web Services ab, die die Nutzung der Trainium-KI-Chips umfasst.

Darüber hinaus hat OpenAI Verträge mit dem Nvidia-Rivalen Advanced Micro Devices sowie mit dem KI-Chiphersteller Cerebras unterzeichnet, der im Mai seinen Börsengang vollzog. Die Partnerschaft mit Broadcom besteht bereits seit 18 Monaten – im Oktober wurden die gemeinsamen Pläne erstmals öffentlich gemacht. Mit dem Jalapeño-Chip nimmt diese Zusammenarbeit nun greifbare Formen an und unterstreicht OpenAIs Strategie, sich unabhängiger von einzelnen Chip-Lieferanten zu machen.

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