Oppenheimer stuft Goldman Sachs und Morgan Stanley auf Underperform herab
Das Brokerhaus warnt vor überhöhten Bewertungen und empfiehlt Umschichtung in alternative Asset-Manager wie Blackstone und KKR.

Oppenheimer hat am Dienstag die Einstufungen mehrerer großer US-Bankaktien gesenkt. Das Brokerhaus begründet die Herabstufungen damit, dass die hohen Bewertungen trotz verbesserter Gewinnprognosen und eines günstigen operativen Umfelds kaum noch Spielraum für weiteres Aufwärtspotenzial lassen. Für Anleger sendet das eine klare Botschaft: Die Rally im Bankensektor könnte ihren Zenit erreicht haben.
Konkret stufte Oppenheimer Goldman Sachs und Morgan Stanley von „Perform" auf „Underperform" herab – die schärfste Abstufung im Analysespektrum des Hauses. Bank of America und Citigroup wurden von „Outperform" auf „Perform" gesenkt. Die Einstufungen für PNC Financial Services und U.S. Bancorp blieben hingegen unverändert auf „Outperform".
Bewertungen auf historischen Höchstständen
Oppenheimer erklärt, dass der Bankensektor von einer jahrelangen strukturellen Unterbewertung zu Bewertungen übergegangen sei, die nun den Optimismus über ein anhaltendes Gewinnwachstum widerspiegeln. Geschäftsbanken notieren nahe dem oberen Ende ihrer historischen Bewertungsspannen. Investmentbanken werden sogar deutlich über ihren langfristigen Durchschnitten gehandelt, da Anleger eine starke Investmentbanking-Aktivität und hohe Handelserträge einpreisen.
Besonders Goldman Sachs und Morgan Stanley verzeichneten aufgrund ihrer stärkeren Ausrichtung auf den Handel und das Investmentbanking die größten Aufwärtskorrekturen bei den Gewinnschätzungen für 2027. Dennoch stufte Oppenheimer beide Titel ab und begründete dies damit, dass ihre hohen Bewertungen nicht mehr attraktiv seien. Das Haus hob zwar seine Gewinnschätzungen für das zweite Quartal 2026 an – unter Verweis auf eine über den Erwartungen liegende Handelsperformance – doch die Kurse hätten diese positiven Aussichten bereits vorweggenommen.
Alternative Asset-Manager als bevorzugte Alternative
Statt in klassische Großbanken zu investieren, empfiehlt Oppenheimer den Anlegern eine Umschichtung in alternative Asset-Manager. Konkret genannt werden ARES Management, Blackstone und KKR – Unternehmen, die im Bereich Private Equity, Kreditfonds und Sachwerte aktiv sind und in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind.
Für das zweite Quartal 2026 erwartet Oppenheimer, dass der Handel der Haupttreiber für Gewinnsteigerungen im gesamten Bankensektor sein wird. Eine stärkere Investmentbanking-Aktivität soll im Jahr 2027 ein weiteres Jahr mit zweistelligem Gewinnwachstum befeuern. Das Haus erhöhte seine Prognosen für 2027, nachdem die Annahmen für die weltweiten Investmentbanking-Aktivitäten nach oben korrigiert wurden. Es wird nun erwartet, dass der sogenannte „Wallet"-Anteil des Investmentbankings etwa 46 Basispunkte des nominalen US-BIP erreichen wird – rund 20 bis 25 Prozent über dem, was Oppenheimer als normales Niveau betrachtet.
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Zur AktienanalyseWarnung vor zyklischen Risiken
Trotz des positiven kurzfristigen Ausblicks mahnt Oppenheimer zur Vorsicht. Das Brokerhaus sieht zwar keinen unmittelbaren Katalysator, der den Gewinnverlauf der Banken in den nächsten Quartalen stören könnte. Dennoch warnt es davor, dass die Branche reif und zyklisch bleibe – die aktuelle Expansionsphase werde schließlich einem weiteren Abschwung weichen.
Besonders das Handelsgeschäft könnte langfristig größere Risiken bergen als das traditionelle Kreditgeschäft. Wann die nächste Phase von Marktstress eintreten könnte, lässt Oppenheimer dabei offen. Für deutsche Anleger mit Positionen in US-Bankaktien liefert die Analyse ein klares Signal: Die Zeit der günstigen Einstiegsbewertungen im Sektor scheint vorerst vorbei zu sein.


