Oppenheimer stuft Goldman Sachs und Morgan Stanley herab und setzt auf alternative Asset-Manager
Das Analysehaus Oppenheimer vollzieht einen ungewöhnlichen Schritt und empfiehlt Anlegern, Gewinne bei führenden US-Investmentbanken mitzunehmen.

Das Analysehaus Oppenheimer hat am Dienstag in einem seltenen Schritt mehrere führende US-Investmentbanken herabgestuft. Betroffen sind Goldman Sachs und Morgan Stanley, die von „Perform" auf „Underperform" zurückgestuft wurden. Als Begründung nannten die Analysten, dass die aktuellen Bewertungen trotz eines günstigen operativen Umfelds nur noch begrenzten Spielraum für weitere Kursgewinne ließen.
Die Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktien von Morgan Stanley fielen vorbörslich um 1,36 Prozent, während Goldman Sachs um rund 0,4 Prozent nachgab. Auch Citigroup und Bank of America blieben nicht verschont – Oppenheimer senkte deren Einstufungen von „Outperform" auf „Perform", woraufhin beide Titel im vorbörslichen Handel um jeweils etwa 0,5 Prozent nachgaben.
Spätzyklus als entscheidender Faktor
Oppenheimer begründet die Herabstufungen mit einer klaren Einschätzung zur Zyklusphase: Die Analysten sehen die großen Investmentbanken in der Spätphase eines Expansionszyklus angekommen. Zwar erkennt das Brokerhaus an, dass kurzfristig keine Faktoren erkennbar seien, die die Aktien von ihrem Wachstums- oder Renditepfad abbringen könnten. Dennoch will man nicht auf die ersten Warnsignale warten.
„Obwohl der Zyklus durchaus noch 12 bis 18 Monate oder länger andauern könnte, möchten wir nicht warten, bis die ersten Warnsignale auftauchen. Daher neigen wir insbesondere bei den Investmentbanken dazu, Gewinne mitzunehmen", schrieben die Oppenheimer-Analysten. Diese vorausschauende Positionierung ist für ein Analysehaus ungewöhnlich und unterstreicht die Überzeugung hinter dem Schritt.
Alternative Asset-Manager als bevorzugte Alternative
Statt auf Large-Cap-Investmentbanken zu setzen, empfiehlt Oppenheimer Anlegern einen Schwenk hin zu alternativen Asset-Managern. Konkret nennt das Brokerhaus Ares Management, Blackstone und KKR als bevorzugte Investments. Diese Gruppe war zuletzt in einen starken Ausverkauf geraten, den viele Analysten angesichts der Sorgen über das Engagement im Bereich Private Credit als übertrieben bewerten.
Die Aktien alternativer Vermögensverwalter blieben in diesem Jahr hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurück. Anleger wurden vorsichtiger, da sie das Private-Credit-Engagement und das Risiko erhöhter Mittelabflüsse aus Flaggschiff-Fonds kritisch betrachteten. Oppenheimer und andere Analysten sehen diese Sorgen jedoch als übertrieben an und erkennen darin eine Einstiegsgelegenheit.
„Wir schlagen vor, dass Anleger ihr Engagement im Finanzsektor beibehalten, indem sie die frei gewordenen Mittel in alternative Anlagen umschichten", so Oppenheimer. Diese Strategie erlaubt es Investoren, im Finanzsektor investiert zu bleiben, ohne das Risiko einer Spätzykluskorrektur bei den großen Investmentbanken tragen zu müssen.
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Zur AktienanalyseGeschäftsbanken als weiterer Favorit
Neben den alternativen Asset-Managern rückt Oppenheimer auch klassische Geschäftsbanken in den Fokus. Das Brokerhaus empfiehlt, Kapital in US Bancorp und PNC Financial Services umzuschichten. Der Grund: Diese Institute befänden sich im Gegensatz zu den großen Investmentbanken noch in einer relativ frühen Phase der Expansion und böten damit mehr Kurspotenzial.
Für deutsche Privatanleger, die in US-Finanzwerte investiert sind oder dies planen, liefert die Oppenheimer-Analyse eine klare Botschaft: Die großen Namen wie Goldman Sachs und Morgan Stanley mögen operativ stark aufgestellt sein, doch das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich nach Einschätzung des Analysehauses verschlechtert. Wer im US-Finanzsektor engagiert bleiben möchte, sollte laut Oppenheimer den Blick auf alternative Asset-Manager und Geschäftsbanken richten.


