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Orsted-Aktie stürzt nach Milliardenabschreibung ab

Verzögerungen und Projektstornierungen in den USA belasten den dänischen Windkraftkonzern zusätzlich

Orsted-Aktie stürzt nach Milliardenabschreibung ab

Der dänische Windkraftkonzern Orsted hat kürzlich in seiner Halbjahresbilanz eine erhebliche Wertminderung von 523 Millionen Euro bekanntgegeben, was zu einem deutlichen Einbruch der Aktien des Unternehmens führte. Die Aktienkurse fielen an der Kopenhagener Börse um bis zu 9,3 Prozent, was den größten Kurssturz für Orsted seit fast einem Jahr darstellt. Diese Entwicklung hat bei den Aktionären und dem Management für große Enttäuschung gesorgt.

Die Gründe für diese hohe Abschreibung sind vielfältig. Zum einen musste Orsted eine geplante Anlage für grünen Wasserstoff in Schweden stornieren. Zum anderen kam es bei einem Offshore-Windparkprojekt in den USA zu erheblichen Verzögerungen. Ursprünglich sollte dieser Windpark bereits 2025 ans Netz gehen, doch nun wird mit einer Inbetriebnahme erst 2026 gerechnet. Die Verzögerung ist auf kontaminierten Boden an dem Standort zurückzuführen, an dem das Umspannwerk des Windparks entstehen soll. Umspannwerke sind essenziell, um die von den Windrädern erzeugte Energie auf die richtige Stromspannung zu bringen und für den Weitertransport bereitzustellen.

Diese jüngsten Abschreibungen sind nicht der erste Rückschlag für Orsted. Bereits im Vorjahr musste das Unternehmen zwei bedeutende Projekte in den USA aufgrund von Verzögerungen und Lieferkettenproblemen absagen, die zu nicht kalkulierbaren Kosten führten. Der CEO von Orsted, Mads Nipper, äußerte seine Frustration und Unzufriedenheit über die aktuelle Lage und betonte, dass Risiken ein integraler Bestandteil solcher Projekte seien. Insbesondere der US-Markt sei in einer frühen Entwicklungsphase stärker betroffen als andere Märkte.

Trotz der Rückschläge konnte Orsted im zweiten Quartal einen überraschend starken operativen Gewinnzuwachs von 59 Prozent auf 591 Millionen Euro verzeichnen. Das Unternehmen hält weiterhin an seinem Gewinnziel für das Gesamtjahr fest, plant jedoch, die Investitionen leicht zu reduzieren.

Die Herausforderungen, denen Orsted gegenübersteht, sind nicht einzigartig in der Windkraftbranche. Auch andere Unternehmen kämpfen mit schwierigen Bedingungen. Der Windturbinenbauer Vestas, ebenfalls aus Dänemark, musste zu Beginn der Woche seine Prognose für das Gesamtjahr anpassen und eine Sonderbelastung von 300 Millionen Euro im Service-Bereich verbuchen. Diese Belastung ist hauptsächlich auf höhere Kosten durch Inflation, steigende Reparaturen und operative Schwächen zurückzuführen. Auch Vestas verzeichnete im ersten Halbjahr erhebliche Verluste, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die Situation im weiteren Jahresverlauf verbessern werde.

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